Mit 2 Millionen Euro Eigenkapital und 21,6 Millionen Investorenkapital gründeten drei englische Hedgefonds Manager im Jahr 2006 auf der Kanalinsel Jersey den britischen Fonds Taliesin Property Fund Limited und brachten ihn 2007 an die Londoner Börse, um in Berliner Wohngebäude zu investieren.

 

So etwa im Jahr 2012, als man für 22 Millionen Euro 92 Prozent Anteil der Phoenix-Gruppe aus Luxemburg kaufte, der aus einem überbewerteten Kreditpaket der Bank Lehman Brothers stammte. Zu dem Zeitpunkt besaß Taliesin schon 30 Gebäude mit einem Wert von 48 Millionen Euro in Berlin. Mit dem Phoenix-Deal verdoppelte sich der Wohnungsbestand in Berlin.

 

 

Ein Jahrzehnt nach der Gründung besitzt die Taliesin in Berlin gar 52 Wohnhäuser mit 1.740 Wohneinheiten, die 267 Millionen Euro wert sind und eine Jahresmiete von knapp 11 Millionen Euro einbringen.

Taliesin wird von Rothschild beraten und ist inzwischen so attraktiv, dass im Dezember 2017 die US-Investmentfirma blackstone aus New York mit Hilfe der Investmentbank Lazard ein zehnprozentiges Aktienpaket im Wert von 260 Millionen Euro kaufte.

Aber warum lecken sich bloß Investoren wie blackstone nach dieser Jersey-Firma alle zehn Finger, wenn doch die Mieten in den Taliesin-Wohnhäusern gar geringer gestiegen sind als im Berliner Durchschnitt und der Privatinvestor keinerlei Förderungen erhält?

Der durchschnittliche Mietpreis der Taliesin-Gebäude pro Quadratmeter ist mit 7,42 Euro immer noch eher bescheiden. Das Wachstum war 2015 auch bescheiden: 4,8 Prozent Zuwachs statt der berlinweiten 5,1 Prozent. Ihrem erklärten Ziel, Mieteinkommen zu maximieren, scheint die Gruppe nur relativ gut nachzukommen.

Der entscheidende Schlüsselsatz für das Investoreninteresse findet sich im Finanzbericht 2015: “We are going to make our portfolio sweat”: Wir werden unsere Immobilien zum Schwitzen bringen.

Was ist mit Schwitzen gemeint?