Der Walldorfer Diplomgeoökologe Stefan Dürr (58) aus dem Odenwald bekam 2014 von Wladimir Putin (69) die russische Staatsbürgerschaft und wurde sein größter Milchbauer.

 

Stefan Dürr ist Gründer und Eigentümer der EKONIVA Unternehmensgruppe am Ufer des Stillen Dons und avancierte inzwischen zum größten Milchproduzenten Russlands und Europas.

Als Russland 2014 die Krim annektierte und die EU mit einem Milchprodukte-Embargo reagierte, konnte sich Dürr noch die Hände reiben.

Das Russlandrisiko hat er stets negiert und auf seinen guten Draht in den Kreml verwiesen. Dürr gab sich damals noch gelassen und erklärte, dass die Importbeschränkungen ausländischer Milchprodukte Ekosem als russischem Inlandsproduzenten sogar nützen würden.

Die russische Landwirtschaftsbank RSHB gab ihm noch im Dezember 2021 einen dicken Kredit.

Doch wegen der neuerlichen Finanzsanktionen nach dem russischen Überfall am 24. Feburar 2022 auf die Ukraine, weiß Dürr gar nicht, wie er das russsische Geld nach Deutschland schaffen soll, um hier seine Zinsen und Schulden bei deutschen Anlegern zu bezahlen.

Seit zehn Jahren finanziert Dürr seine Russland-Expansion auch über deutsche Anleihen. Die deutsche Holding Ekosem-Agrar AG, bei der Dürr mit 63,38 Prozent größter Aktionär undVorstandsvorsitzender ist, hat noch zwei Unternehmensanleihen in Gesamthöhe von aktuell 178 Millionen Euro zu laufen, die im Freiverkehr der Stuttgarter Börse gehandelt werden.

Die Rückzahlung von 78 Millionen Euro ist am 7. Dezember 2022 fällig. Darauf muss Dürr einen Festzins von jährlich 8,5 Prozent zahlen. Die restlichen 100 Millionen Euro muss Dürr am 31. Juli 2024 zurückzahlen. Darauf sind jährlich 7,5 Prozent Festzins fällig.

Die Zinszahlungen und die Rückzahlungen stehen mit den Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges in den Sternen.

 

Der Marktwert der beiden Ekosem-Agrar-Anleihen 2012/2022 und 2019/2024 schmierten auf rund 30 Prozent des einstigen Anleihewertes ab.

Dürr machte in Russland Verluste. Mit dem letzten Jahresabschluss 2019 über 5 Millionen Euro Miese.

Wegen der aktuellen Finanz-Sanktionen gegen Russland kann sein langjähriger Wirtschaftsprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) aus Eschborn und Frankfurt den Jahresabschluss 2020 gar nicht prüfen und attestieren, wie die Ekosem-Agrar AG am 7. März 2022 in einer ad-hoc-Meldung mitteilen musste.

EY hat sich infolge des russischen Überfalles vom 24. Februar 2022 auf die Ukraine von der eigenständigen russischen Landesgesellschaft EY losgesagt, wie auch Deloitte, KPMG und PwC von ihren russischen Prüfgesellschaften. Die deutschen Prüfer müssten also selbst in die russischen Standorte fahren, um die Zahlen vor Ort zu prüfen, was derzeit nicht zu erwarten ist.

Ekosem kämpft gegen russische Landwirtschaftsbank Rosselhozbank, RSHB: