DF Deutsche Finance Group17. Oktober 2025 | 12:29 | Lesedauer ca. 13 min | Autor: GoMoPa-Redakteur SS

DF Deutsche Finance Group: Jeder 5. muss gehen – Neuanfang mit „Anlegerschreck“ Ralph Winter?


Die DF Deutsche Finance Group aus München, lange ein aufgehender Stern im Markt geschlossener Publikumsfonds für Immobilien und Infrastruktur – 55.000 Anleger investierten seit 2005 gut 1,4 Milliarden Euro in 24 F0nds –, steht spätestens seit Oktober 2025 vor dem größten Umbruch ihrer 20jährigen Geschichte.

1.) 20 Prozent der 160-köpfigen Belegschaft muss gehen, der Vertrieb wird offenbar zurückgefahren, teilte die DF Deutsche Finance Group, kurz DFG, am  3. Oktober 2025 mit.

2.) Gleichzeitig steigt Ralph Winter (62) aus dem hessischen Bad Homburg vor der Höhe, der seit 2018 in Miami im US-Staat Florida lebt, wo er 2024 das Immobilieninvestitions-Vehikel W5 Group LLC gründete, als „strategischer Investor“ ein, wie die DFG am 30. September 2025 meldete.

Mit ihm will der kriselnde Konzern sein Geschäftsfeld um Studentenapartments erweitern. Der Unternehmer (angeblich 30 Prozent für einen symbolischen Euro gekauft) soll – gemeinsam mit den Münchener DFG-Gründern Thomas Oliver Müller (58 Jahre, hielt bislang 35,92 Prozent) und Dr. Sven Neubauer (51 Jahre, hielt bislang 27,52 Prozent) – künftig die Mehrheit halten. Geplant ist eine „Plattform für innovatives Wohnen“, insbesondere Studenten- und Mikrowohnkonzepte.

Das Wichtigste in Kürze

Ralph Winter (62) aus dem hessischen Bad Homburg vor der Höhe lebte 11 Jahre in der Schweiz, bevor er 2018 nach Miami in Florida in die USA zog, wo er 2024 das Immobilieninvestitions-Vehikel W5 Group LLC gründete © Ausriss aus W5-Group.com/de/the-firm
Ralph Winter (62) aus dem hessischen Bad Homburg vor der Höhe lebte 11 Jahre in der Schweiz, bevor er 2018 nach Miami in Florida in die USA zog, wo er 2024 das Immobilieninvestitions-Vehikel W5 Group LLC gründete.
© Ausriss aus W5-Group.com/de/the-firm

Ralph Winters Vergangenheit wirft lange Schatten

Er war Gründer und prägender Kopf der Frankfurter Corestate Capital Group, deren Niedergang Anlegern und Aktionären Riesenverluste beschert haben soll.

Der vermeintliche Retter ist ein Mann, dessen Ruf als „Anlegerschreck“ spätestens seit den Verlusten für Anleger und Investoren um Corestate Capital und Youniq in der Branche für Unruhe sorgt.​

Das Manager Magazin bezeichnete ihn am 17. April  2019 als einen Mann, der den Konzern „als ganz persönlichen Geldautomaten“ nutzte – über Beraterverträge, Family-Office-Honorare und hohe Insiderdividenden.

Erinnert sei hier an die rund 527-Millionen-Euro-Pleite des Fonds Corestate German Residential Ltd.

Diese Entwicklung deutete sich bereits 2008 an (zwei Jahre nach Unternehmens- und Fondsstart), denn der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag des Fonds entwickelte sich von minus 11,66 Millionen Euro im Jahre 2008 bis minus 525,53 Millionen Euro im Jahre 2015.

Und obwohl die Frankfurter CORESTATE Capital AG in dieser Zeit (von 2006 bis 2014) mehr als 36 Millionen Euro an Honoraren als Asset Manager erhielt, wurde die CORESTATE aufgrund ihres negativen Track Records nicht in Regress genommen. Denn die 63 Anleger des Fonds CORESTATE German Residential Ltd. einigten sich mit der CORESTATE auf eine einmalige Zahlung in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro. Damit waren sämtliche gegenseitigen Ansprüche abgegolten.

Und da es sich bei den 63 Anlegern mehrheitlich selbst um Fonds handelte, waren beide Parteien froh, dass diese rund 527-Mio.-Pleite damals nicht publik wurde.

Und jetzt? Allein schon die Pressemeldung vom 30. September 2025 über den Einstieg von Ralph Winter sorgte für Kopfschütteln bei Branchenkennern.

Kleiner Rechenfehler oder Überbewertung?

Ein Insider fühlt sich veräppelt und sagte gegenüber GoMoPa.io: „Also, die, die diese Pressemitteilung gemacht haben, sind total dumm. Die behaupten, dass der Ralph Winter mit seinem Family Office W5 Group 9.500 Units hat, also Studentenapartments, mit einem Wert von 5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 4,3 Milliarden Euro.“

Der Insider rechnet nach: „Nun sagen wir mal, ein Studentenapartment hat eine Größe von 30 Quadratmetern, größer ist ein Studentenapartment niemals. So ein Apartment kostet im Durschnitt 120.000 Euro, in den USA wie in Deutschland ähnlich.

Jetzt multipliziere mal mit dem Taschenrechner 9.500 Apartments mal 120.000 Euro. Da kommen 1,14 Milliarden Euro raus. Warum die daraus 5 Milliarden US-Dollar (4,3 Milliarden Euro) machen, ist mir schleierhaft. Sind die Leute zu doof zum Rechnen? Dann müsste ein Apartment das 4-Fache kosten, nämlich 454.000 Euro – mehr als eine normale Eigentumswohnung in München!

Wie soll ein Student ein Apartment für 454.00 Euro nehmen, was 30 Quadratmeter groß ist? Das ist der größte Bullshit ohne Ende.“

Hinzu kommt, so der Insider:




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FAQ zur DF Deutsche Finance Group und Ralph Winter

  1. Warum steht die DF Deutsche Finance Group derzeit in der Kritik?
    Weil das Unternehmen 20 % der Belegschaft entlassen hat, Umsätze und Liquidität stark eingebrochen sind und es auf zahlreiche Pressefragen zu Bilanz-, Bewertungs- und Anlegerschutzfragen keine Antworten gab. Die Transparenz der Fondsstruktur und der Umgang mit Anlegergeldern gelten als besonders problematisch. Der Personalabbau soll laut Unternehmensangaben Teil einer „strategischen Neuausrichtung“ sein. Insider sehen darin jedoch einen Versuch, Liquidität zu sichern, da die Vertriebsergebnisse stark gesunken sind und das operative Geschäft Verluste aufweist.
  2. Wer ist Ralph Winter und warum ist sein Einstieg umstritten?
    Ralph Winter (W5 Group LLC, Miami, Florida) war Gründer der Frankfurter Corestate Capital Group, die durch hohe Verluste Schlagzeilen machte. Sein Ruf als „Anlegerschreck“ eilt ihm voraus. Dass er bei der DF Deutsche Finance Group als strategischer Partner einsteigt – angeblich für 1 Euro – sorgt in der Branche für Verwunderung.
  3. Wie realistisch sind die angeblichen 5 Mrd. USD Immobilienvermögen der W5 Group?
    Brancheninsider halten diese Bewertung für massiv überhöht. Rechnet man durchschnittliche Marktpreise von rund 120.000 Euro pro Studentenapartment an, läge der Wert der 9.500 Einheiten bei etwa 1,1 Mrd. Euro – weit entfernt von den genannten 5 Mrd. USD.
  4. Was sind die Hauptkritikpunkte an den Fonds der Deutschen Finance?
    Bis zu 40 % des Anlegerkapitals fließen laut Recherchen in Gebühren, Vertrieb und Verwaltung. Leistungsbilanzen fehlen, während die Gesellschaft unabhängig vom Erfolg Managementgebühren erhält. Anleger tragen das volle Risiko, während institutionelle Partner bevorzugt abgesichert sind.
  5. Droht der DF Deutsche Finance Group eine Insolvenz?
    Einige Insider halten das für möglich: Der operative Cashflow ist negativ, die Liquidität gering und neue Fonds schwer zu platzieren. Ohne frisches Kapital und erfolgreiche Restrukturierung könnte die Gruppe binnen eines Jahres zahlungsunfähig werden.
  6. Wie sollten sich Anleger jetzt verhalten?
    Anleger sollten die Entwicklung eng verfolgen, Prospekte und Leistungsberichte kritisch prüfen und keine weiteren Mittel ohne unabhängige Bewertung investieren. Fachanwälte und Anlegervereinigungen raten, potenzielle Totalverlustrisiken realistisch einzukalkulieren und rechtliche Schritte zu erwägen.

 

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