Der Gerbacher Diplomphysiker und Öko-Investor Matthias August Willenbacher (52) aus Rheinland-Pfalz musste im Jahr 2014 seinen Posten als Vorstands-Vorsitzender der von ihm 2005 mitgegründeten juwi AG aus Wörrstadt in Rheinland-Pfalz verlassen, weil er sich mit seinem schnellen Windparkwachstum völlig vergallopiert hatte, wie GoMoPa berichtete.

 

Die juwi AG mit 100 Millionen Euro Schulden im Jahr 2013 musste vom Mannheimer Energieversorger MVV Energie vor der Insolvenz gerettet werden.

Nun versucht der abgesägte juwi-Boss noch einmal Kapital aus den alten juwi-Windparks zu schlagen, indem er die alten Anlagen kauft und repowert, also abbaut und neu aufbaut. Aber nicht mit seinem Geld.

Und nicht auf eigenes Risiko, sondern auf volles Risiko der Crowd-Anleger auf seiner Crowdinvesting-Plattform wiwin.de aus dem Schneebergerhof 14 nördlich des Donnersberges im norpfälzischen Gerbach.

Von dort vermittelt er gerade zwei von ihm selbst emittierte Windanleihen auf Tokenbasis und mit vorinstanzlicher Durchsetzungssperre, ohne Prospekt und ohne eine Verbriefung.

Die Anleger haben nichts in der Hand, außer Token, die gar nicht auf einem Handelsplatz gehandelt werden können.

Einzig sicher ist der Schnitt, den Willenbacher schon beim Einsammeln des echten Geldes für die Token macht.

Bei der Windanleihe Rheinhessen in angepeilter Höhe von 2 Millionen Euro mit Laufzeit bis 30. Juni 2025 kassiert die Familie Willenbacher laut Wertpapierinformationsblatt vom 23. Februar 2022 über insgesamt 168.000 Euro, wovon 144.000 Euro erfolgsabhängige Vermittlungsprovision und 7.000 Euro Organisationskosten anfallen. Darüber hinaus fallen für das Marketing und Kommunikation Kosten in Höhe von 7.000 Euro sowie Anlegerverwaltungskosten in Höhe von 10.000 Euro an.

Der verbleibende geplante Nettoemissionserlös in Höhe von 1.832.000 Euro soll “der Emittentin als Liquiditätspuffer bei der Umsetzung der Planung und Errichtung von drei modernen Windenergieanlagen des Typs GE 6.0-164 mit einer Nabenhöhe von 167m (WEA) und einer Leistung von jeweils 6 MW am Standort Gau-Bickelheim (Rheinland-Pfalz)” dienen.

Alle 16 Windräder an diesem Standort standen unter der Betriebsführung der Juwi Operations & Maintenance GmbH aus Wörrstadt, bei der Willenbacher bis August 2009 selbst die Geschäfte führte.

Mit deren Alleingesellschafterin juwi AG ist Willenbacher bis heute verquickt. Ihm gehört zur Hälfte die FreMa Verwaltungs GmbH aus Wörrstedt, die die Geschäfte der JUFA GmbH & Co. Immobilien KG aus Wörrstedt leitet, die wiederum neben der Stadt Mannheim hälftiger Eigentümer der juwi AG und ihren Töchtern ist.

Rotorblattabsturz wegen vernachlässigtem Korrosionsschutz

 

Am 10. Dezember 2018 kam es an der 2012 von juwi gebauten Anlage zu einem spektakulärem Unfall:

Auf einem Feld zwischen Gau-Bickelheim und Wallertheim nahe der Autobahn A61 ist um kurz vor 8 Uhr das knapp 55 Meter lange und zehn Tonnen schwere Rotorblatt eines Windrades abgebrochen und auf einen angrenzenden Acker gestürzt. juwi hat daraufhin den Windpark Gau-Bickelheim erst einmal komplett abgeschaltet.

Fast vier Monate hat es gedauert, bis danach das erste Windrad im Windpark Gau-Bickelheim wieder ans Netz gegangen ist.

Was war die Ursache?

 

Laut Gutachter ein defektes Blattlager. Das zeigte deutliche Korrosionsspuren aufgrund mangelnden Korrosionsschutzes. “Blattlager mit diesem Schadensbild erreichen, gemäß durchgeführter Analyse, nicht ihre Soll-Lebensdauer von 20 Betriebsjahren”, erklärte juwi gegenüber der Allgemeinen Zeitung aus Mainz.

Über die Emittentin der Windanleihe Rheinessen, die 2016 gegründete wiwi consult GmbH & Co. KG aus Mainz, die der Familie um Matthias Willenbacher zu 100 Prozent gehört, teilte eine Wirtschaftsauskunft gegenüber GoMoPa aktuell mit: