Gold21. September 2016 | 7:00 | Lesedauer ca. 5 min | Autor: GoMoPa-Redakteur JS

Verbotene Gold-Aktien als Rückzahlung Partiarischer Darlehen an Gold International SE


Der Leitwolf von Dortmund, wie die Mitarbeiter des Dortmunder Callcenters CallOn V GmbH ihren Boss Eckhard Schulz (Gold International SE) liebevoll nach dem Vorbild des skrupellosen, aber erfolgreichen Börsenhändlers aus dem Film Wolf of Wall Street mit Leonardo DiCaprio nennen, lebt in einer 800 Quadratmeter Traumvilla mit weißen Wänden, weißem Dach und einem vergoldeten Eingangstor in der Baurat-Marx-Allee.

 

Vor vier Jahren gründete er die Beteiligungsgesellschaft Gold International SE mit Sitzen im niederländischen Venlo und in Düsseldorf. Die Aktien seiner Firma nannte er Gold-Aktien, weil es laut Geschäftsbericht für das Gründungsjahr 2012 eine “Ausleihung an die GOLD AG, Düsseldorf” gab, die dem Leitwolf ebenfalls gehört. Sozusagen von Schreibtisch zu Schreibtisch an der gemeinsamen Adresse Füllenbachstraße 4. Die Gold AG war vorher eine Reisefirma namens Deutsche Reise AG. 2012 machte Schulz sie auf dem Papier zu einer Goldhandelsfirma, Goldschürffirma und zu einer Alleskönner-Firma, die sich an allem Möglichen beteiligen würde:

Investitionen in Unternehmen jedweder Art, insbesondere in den Bereichen eCommerce, Finanzen, Immobilien, Presse, Logistik, erneuerbare Energien und Nanotechnolgie.

Lag es nun daran, dass der Verkaufsleitwolf ein bisschen zu dick auftrug, indem er den Käufern seiner Gold-Aktien eine Rendite von 200.000 Prozent in Aussicht stellte? Jedenfalls fand sich keine Bank und auch kein Wertpapierhandelshaus, dass die vorbörslichen Gold-Aktien aufbewahren, geschweige denn handeln wollte. Ohne geht es aber nicht.

So musste Schulz in die Trickkiste greifen. Frei nach dem Motto, es wird schon nicht schiefgehen, gab Schulz als Aktienverwahrstelle und Händler gegenüber seinen Kunden einfach mal die renommierte Düsseldorfer SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank AG aus. Deren Vorstand und Börsenmakler Florian Weber traf fast der Schlag, als etliche Anleger mit der Bitte an sein Bankhaus herantraten, die Aktien der Gold International SE für sie anzukaufen. Die Schnigge Wertpapierhandelsbank AG schickte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net daraufhin eine Warnung mit der Bitte zur Veröffentlichung.

Denn die für 2 Euro angebotenen Gold-Aktien der Gold International SE gehörten allesamt (10 Millionen Stück zum Nennwert von 1 Euro) einer niederländischen Muttergesellschaft in Venlo namens European Services B.V. und waren laut einer notariellen Beurkundung beim Düsseldorfer Notar Dr. Wolfgang Weber nur zu 25,9 Prozent bezahlt. Statt 10 Millionen Euro hat die Muttergesellschaft nur 2,47 Millionen Euro bezahlt und wollte nun, dass deutsche Anleger über das Callcenter gar 20 Millionen Euro für die Gold Aktien bezahlen.

Die Bonner Finanzaufsicht BaFin verbot schließlich mit Wirkung vom 8. Juli 2014 an den öffentlichen Handel der Aktien der Gold International SE, weil der Leitwolf keinen Verkaufsprospekt vorlegen konnte, den die BaFin akzeptieren hätte können.

Und genau diese nirgendwo handelbaren und verbotenen Gold Aktien bietet nun Leitwolf Schulz in seinem aktuellen Investment-Angebot als Rückzahlung an. Es handelt sich bei dem Investmentangebot um Partiarische Darlehen, also Darlehen, die am Gewinn seiner Gold International SE beteiligt werden sollen. Die Sache hat nun neben den dubiosen Gold-Aktien gleich noch drei weitere dicke Haken:




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