Sono Motors11. Januar 2021 | 8:40 | Lesedauer ca. 3 min | Autor: GoMoPa-Redakteur SS

Sono Motors: Schon jetzt zu teuer, aber Tüftler brauchen noch mehr Millionen für E-Auto Sion


Wie kriegen zwei Münchener Tüftler ohne Fachschulabschluss 250 Millionen Euro zusammen, um möglichst schon im nächsten Jahr in einem ehemaligen SAAB-Werk in Trollhättan Schweden ein eigenes E-Auto (Sono Motors) produzieren zu können?

Der Kampfpreis für das erklärte Ziel “das erste Solar-EV für jedermann” sollte im Verkauf unter 20.000 Euro für einen Neuwagen sein. Doch Laurin Sinan Paul Hahn (25) und Jona Christians (26), die die Sono Motors GmbH in München gründeten, mussten den geplanten Preis auf nunmehr mindestens 26.000 Euro anheben. Den ersten Prototypen wollen Hahn und Christians am 12. Januar 2021 auf der Consumer Electronics Show (CES) im Las Vegas Convention Center in Las Vegas live präsentieren.

Dabei gibt es längst E-Autos weit unter 20.000 Euro. Renault verkauft seinen Twizy 45 für 6.950 Euro (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer) und den schnelleren Twizy für 7.650 Euro (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer). Die Knutschkugel Karo Isetta von der Artega GmbH aus Delbrück in NRW kostet im Basispreis 17.995 Euro (inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer).

Doch mit einer eingebauten Car-Sharing-App setzen die Visionäre auf eine Kundschaft, die sich das Auto teilen soll. Doch etliche Gemeinden in Brandenburg zum Beispiel haben ihre E-Mobile-Carsharings inzwischen wieder eingestellt. Zu teuer.

Die Münchner Gründer und Geschäftsführer Jona Christians (26, am Auto links) und Laurin Hahn (25, am Auto rechts) mit der Marketing-Chefin und Mitgesellschafterin Navina Pernsteiner aus Weilheim von der Sono Motors GmbH aus der Waldmeisterstraße 76 in München vor ihrem ersten Prototypen des E-Autos Sion, bei dem bei Tests die Solarpaneelen an der Autohaut zersplitterten © Pressefotos Sono Motors GmbH 2020 und 2021Die Münchner Gründer und Geschäftsführer Jona Christians (26, am Auto links) und Laurin Hahn (25 ... mehrDie Münchner Gründer und Geschäftsführer Jona Christians (26, am Auto links) und Laurin Hahn (25, am Auto rechts) mit der Marketing-Chefin und Mitgesellschafterin Navina Pernsteiner aus Weilheim von der Sono Motors GmbH aus der Waldmeisterstraße 76 in München vor ihrem ersten Prototypen des E-Autos Sion, bei dem bei Tests die Solarpaneelen an der Autohaut zersplitterten © Pressefotos Sono Motors GmbH 2020 und 2021

Der SION, so der künftige Name von Sono Motors aus München, soll aber eine Solarzellenhaut erhalten, so dass er seine Akkus während der Fahrt aufladen kann. Bei Tests des ersten Prototypen zersplitterte die Solarpaneele auf der Außenhaut des Wagens.

Weil aber grundsätzlich diese Idee so toll ist und vielleicht auch, weil Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg am Chassis mitbauen will, haben anfang 2020 Privatinvestoren 53 Millionen Euro und ende 2020 institutionelle Investoren unter Führung des Swedbank Robur Smabolag Europa Fonds noch einmal 45 Millionen Euro zugesagt.

Doch auf dieses Geld ist nicht hundertprozentig Verlass, wie GoMoPa bereits warnte.

Der Mainzer Investor Matthias Willenbacher und der Münchner Investor Otto Berninghausen zum Beispiel haben zusammen 10 Millionen Euro Beteiligungskapital zugesagt, wenn durch eine Community Funding Campagne mindestens 35 Millionen Euro zusätzlich in die Firmenkasse der Sono Motors GmbH gespült werden.

Die Fans beteiligen sich an der Sion-Entwicklung mit bezahlten Vorbestellungen ab 500 Euro.




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