Nach Gemälde-Fälschungs-Vorwürfen am Galerie-Gründungssitz in Köln durch das dortige Museum Ludwig sowie Sex-Belästigungs-Vorwürfen gegen den leitenden Mitarbeiter Benjamin Genocchio von 5 Frauen in New York muss sich nun Mathias Rastorfer, der Partner und Geschäftsführer der weltberühmten Kunstgalerie gmurzynska in Zürich (Firmenzentrale am Paradeplatz 2), in zwei Wochen vor dem Züricher Bezirksgericht wegen mutmasslicher Schmuggel-Kunst verantworten.

 

Die 1955 von der polnischen Immigrantin Antonina Gmurzynska in Deutschland gegründete und an ihre Tochter Krystyna Gmurzynska in der Schweiz vererbte Galerie gmurzynska gilt als führend im Handel mit russischer Kunst, insbesondere russischer Avantgardisten.

Galerie-Mitinhaber und Geschäftsführer Mathias Rastorfer gilt als große Figur im Galeriemarkt. Sylvester Stallone sprach in der galerie gmurzynska in St. Moritz neben ihm sitzend zu geladenen Medien. Das Sylvester Stallone-Originalgemälde “Best of my Life” hängt nun in der Lobby des Züricher 5-Sterne-Luxushotels The Dolder Grand, das dem Milliardär und Kunstsammler Urs Schwarzenbach gehört.

Rastorfer soll laut dem Züricher Tagesanzeiger prominent am “Verhaltenskodex” der Kunsthändler mitgearbeitet haben. Mit diesem habe sich die Branche eigene Standards gesetzt.

Der Codex “Art Market Principles and Best Practices” gilt seit der Art Basel Miami Beach im Dezember 2018. Rastorfer war lange Zeit Kommitee-Mitglied der Art Basel. Die galerie gmurzynska stellte auf der Messe der Art Basel regelmäßig aus, zuletzt im Jahr 2019.

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Verhaltenscodexes gibt es nun einen Schmuggel-Prozess gegen den Codex-Verfasser sowie Mitinhaber und Geschäftsführer der galerie gmurzynska, Mathias Rastorfer aus Zürich.

Die Dimension ist riesig.

 

Rastorfer soll dem Schweizer Milliardär Urs Schwarzenbach (Besitzer des Fünfsternehotels The Dolder Grand in Zürich, dessen Verwaltungsratspräsidentschaft der Dolder Hotel AG er im Juni 2019 seinem Sohn Guy Schwarzenbach übertrug) geholfen haben, Kunstwerke im Wert von über 100 Millionen Schweizer Franken (92 Millionen Euro) am Eidgenössischen Zoll vorbei in die Schweiz zu schaffen und so 11 Millionen Franken (rund 10,1 Millionen Euro) Zoll einzusparen, so die Verwaltung, wie GoMoPa bereits berichtete.

Ein weiterer Helfer beim mutmasslichen Kunst-Schmuggel, der ebenfalls als Angeklagter vors Bezirksgericht Zürich geladen ist, ist der Züricher Rechtsanwalt und Schwarzenbach-Berater Ulrich Kohli. Der hat über den Finanzplatz Schweiz als das Ziel der Ostmafia und des Triadensyndikats den Krimi “Eiskalt” (2011, Verlag Universitas, 280 Seiten, 19,90 Franken) geschrieben.