Die Schweizer Value-Depesche aus Rorschacherberg meldet sich immer dann zu Wort, wenn sie eine unterbewertete Aktie an der Börse entdeckt hat. So schätzte Georg Pröbstl, der Chefredakteur der Value Depesche, gerade im Euro am Sonntag ein, dass der börsennotierte Frankfurter Büroimmobilien-Spezialist publity AG mit Sitz im OpernTurm (Bockenheimer Landstraße 2-4) für Anleger ein Übernahmekandidat sei.

 

 

Bereits am 18. März 2020 hatte das Frankfurter Analysehaus SRC – Scharff Research und Consulting GmbH, ein Spezialist für Finanz- und Immobilienaktien, in einem Report die Aktie der publity AG auf “Buy” (Kaufen) gesetzt und ein Kursziel von derzeit rund 34 Euro auf 42 Euro prognostiziert.

Analyst Stefan Scharff von SRC Research urteilte:

Gerade in Zeiten von “Corona” biete publity einen hervorragenden Einstieg in den deutschen Büroimmobilienmarkt.

Der Schweizer Checker für Finanz- und Immobilienaktien Georg Pröbstl sieht nun sogar ein Aktienziel von 44,5 Euro und kommt zu dem Schluss:

publity. Der Immobilienkonzern wächst schnell…

Der Eigenbestand wird ausgebaut. Das bringt gut planbare Erträge…

Der Großaktionär kauft ständig Aktien. Anleger setzen auf eine Übernahme…

publity ist ein Übernahmekandidat.

Mit Großaktionär ist der einstige Berater der Sächsischen Landesbank Thomas Olek (51) aus Frankfurt am Main gemeint. Er ist Vorstandsvorsitzender der publity AG.

Olek hat im Börsencrash 2020 für mehr als 4 Millionen Euro publity-Aktien gekauft und besitzt mittlerweile 94 Prozent aller publity-Aktien.

 

Seit 19. Februar 2020, als der Deutsche Aktienindex ein Allzeithoch erreichte und danach in Rekordgeschwindigkeit fast 40 Prozent an Wert verloren hat, hat Olek über seine private Beteiligungsgesellschaft TO Holding GmbH in zahlreichen Einzeltransaktionen mehr als 120.000 publity Aktien über die Börse erworben.

Als dann im Mai 2020 die Wirtschaftsprüfer die endgültigen Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2019 testierten und diese besser ausfielen, als Olek noch im März 2020 prognostizierte, schlug Olek noch einmal zu und kaufte vor wenigen Tagen weitere 8.000 Aktien. So dass sich sein Anteil seit Ende 2018 von 62,1 Prozent auf inzwischen 94 Prozent erhöht hat.

Thomas Olek sagte zu dem Eigenkauf der Aktien:

Ich halte nichts von Directors Dealings in homöopathischen Dosen.

Mit meinen jüngsten Aktienkäufen in turbulenten Börsenzeiten möchte ich nicht nur ein attraktives Investment tätigen, sondern meinen Mitaktionärinnen und Mitaktionären auch zeigen, dass wir in einem Boot sitzen und ich mehr denn je von publity überzeugt bin.

Das vermittle ich glaubwürdig nur durch ein Kaufvolumen, das wirklich relevant ist. Directors Dealings sollten schließlich nicht nur ein Marketinginstrument sein.

Erfreulicherweise ist der Aktienkurs von publity in den vergangenen Wochen vergleichsweise stabil geblieben und hat sich deutlich besser als der Gesamtmarkt oder die Immobilienaktien insgesamt entwickelt.

Kein Wunder:

Die publity AG (Scale, ISIN DE0006972508) hat nach endgültigen, testierten Zahlen im Geschäftsjahr 2019 einen Konzernüberschuss von 64,1 Millionen Euro erzielt. Damit wurde der Vorjahresgewinn von 24,6 Millionen Euro um rund 160 Prozent gesteigert.

Das Eigenkapital im Konzern belief sich zum Bilanzstichtag 2019 auf 302,5 Millionen Euro, dies ist mehr als doppelt so hoch als noch ein Jahr zuvor mit 119,8 Millionen Euro.

Der Gewinnsprung im Jahr 2019 resultierte maßgeblich aus dem dynamischen Ausbau des Immobilienportfolios.

Seit Jahresbeginn 2019 hat publity deutsche Büroimmobilien für den Eigenbestand, der in der Konzerntochter PREOS Real Estate AG gebündelt ist, im Wert von rund 1 Milliarde Euro erworben.

Für einen Teil der Transaktionen fand das Closing erst nach Bilanzstichtag statt, so dass sie im Zahlenwerk 2019 noch nicht abgebildet sind.

Auch konnten zwei großvolumige Objekte aus dem eigenen Portfolio zu sehr attraktiven Konditionen veräußert werden, meint Olek.

Das von publity betreute Immobilienvermögen, einschließlich des Asset-Management-Portfolios, erhöhte sich im Jahresverlauf 2019 trotz der Objektverkäufe auf mehr als 5,5 Milliarden Euro von 4,6 Milliarden Euro am Jahresende 2018.

Allerdings verzichtet Großaktionär Olek für sich und seine Mitaktionäre auf eine Dividende.

 

Die fast Verdreifachung des Konzerngewinns durch den Ausbau des eigenen Immobilienbestands von 24,6 Millionen Euro auf 64,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr spiegelt sich nicht in gleicher Höhe im Gewinn der Aktie wider.

Der Schweizer Analyst Georg Pröbstl schätzte zur Aktie ein:

Wegen einer größeren Kapitalerhöhung kletterte das Ergebnis dabei allerdings nur unterproportional von 2,95 Euro auf 4,82 Euro je Aktie…

Der Bilanzgewinn aus 2019 soll übrigens auf neue Rechnung vorgetragen werden, soll heißen:

Die Dividende fällt wohl aus.

Möglicherweise will Olek sein Unternehmen weniger attraktiv für Anleger machen – und vielleicht kommt früher oder später ein Übernahmeangebot.

Für eine weitere positive Geschäftsentwicklung sieht sich publity sehr gut aufgestellt – mit einem ausgewogenen 2-Säulen-Geschäftsmodell, bei dem stetige Fees aus dem Asset Management und Einnahmen aus dem eigenen Portfolio kombiniert werden.

Auch künftig soll der Eigenbestand deutlich weiter ausgebaut werden, der Schwerpunkt liegt auf Immobilien in Top-Lagen von Metropolen wie Frankfurt und München mit einem Marktwert von jeweils über 70 Millionen Euro.