Die bayerische Sensor-Waffenschmiede Hensoldt AG aus Taufkirchen bei München freut sich gerade über einen Erst-Auftrag aus Südamerika. Brasilien hat für mehr als 1 Million Euro Xpellers geordert. Das sind Drohnenabwehr-Systeme, die anfliegende Drohnen erkennen und mit Störgeräuschen (Jammern) abstürzen lassen.

Im August 2020 hatte Hensoldt die Schaffung von 400 zusätzlichen Stellen angekündigt. Grund: ein Milliarden-Auftrag zur Entwicklung eines neuen Radars für das Bundeswehr-Kampflugzeug Eurofighter.

Und seit drei Jahren baut Hensoldt das weltweit einzige aktive Soft-Kill-Schutzsystem MUSS für die 350 bestellten Schützenpanzer Puma, die die Schützenpanzer Marder bei der Bundeswehr ablösen sollen. MUSS respektive der veresserte Nachfolger MUSS 2.0 reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Treffers durch Panzerabwehrraketen oder lasergelenkte Munition drastisch.

 

Volle Auftragsbücher für Weltneuheiten wie das Drohnenabwehrsystem Xpeller oder das Überlebenssystem MUSS für den Schützenpanzer Puma kommen gegen die Altschulden der bayerischen Elektronikwaffenschmiede Hensoldt AG aus Taufkirchen bei München nicht an © Pressefotos Hensoldt AGVolle Auftragsbücher für Weltneuheiten wie das Drohnenabwehrsystem Xpeller oder das Überlebenssys ... mehrVolle Auftragsbücher für Weltneuheiten wie das Drohnenabwehrsystem Xpeller oder das Überlebenssystem MUSS für den Schützenpanzer Puma kommen gegen die Altschulden der bayerischen Elektronikwaffenschmiede Hensoldt AG aus Taufkirchen bei München nicht an © Pressefotos Hensoldt AG

 

Doch die vollen Auftragsbücher reichen einfach nicht, um das Dauer-Verschuldungsproblem des Rüstungskonzerns zu lösen.

 

Die New Yorker Beteiligungsgesellschaft KKR & Co. Inc. hatte die ehemalige Rüstungselektronik-Sparte von Airbus vor vier Jahren für 1,1 Milliarden Euro gekauft und in Hensoldt umbenannt. Die Akquisition wurde teilweise durch Schuldenaufnahme seitens des Unternehmens finanziert, die Restschuld beläuft sich auf gut eine Milliarde Euro.

Am 25. September 2020 ging die Hensoldt AG an die Frankfurter Börse.

 

Der Börsengang (IPO) kostete 39 Millionen Euro und spülte 460 Millionen Euro herein, wovon 300 Millionen Euro an die Hensoldt AG gingen. Der Rest ging an den Finanzinvestor KKR.

Doch wer beim IPO des Technologiekonzerns HENSOLDT als Anleger zum Zug kam, sieht in seinem Depot bislang rot.

 

Denn aktuell notiert die Aktie bei 10,71 Euro und damit deutlich unter dem Emissionspreis von 12 Euro.

Kann aus dem Börsenneuling trotzdem ein Nebenwert mit Potenzial werden?

Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. aus München urteilt in ihrem Magazin AnlegerPlus vom 15. Oktober 2020:

Aber selbst auf diesem Niveau drängt sich ein Investment aus unserer Sicht nicht auf.

Verluste würden gegen die Aktie sprechen.

 

Nehmen wir an, die 300 Millionen Euro fließen wirklich komplett in die Schuldentilgung, dann verbleiben immer noch Verbindlichkeiten von rund 800 Millionen Euro.

Das gesamte Unternehmen wird unter Zugrundelegung eines aktuellen Börsenkurses von 10,71 Euro und insgesamt 105 Millionen ausstehenden Aktien mit gut 1,1 Milliarden Euro bewertet.

AnlegerPlus:

Diese Bewertung wäre aus unserer Sicht nur dann ansatzweise zu rechtfertigen, wenn HENSOLDT einen Jahresüberschuss von mindestens 50 Millionen Euro vorweisen kann.

Mit seinen 5.500 Mitarbeitern erzielte die Hensoldt AG im letzten Jahr zwar einen Umsatz von rund 1,11 Milliarde Euro.

Aber: