Mal ehrlich, würden Sie irgendeinem Dienstleister bei sich zuhause um die Ecke die Dienstleistung schon 25 Jahre im voraus bezahlen? Und erst Recht, wenn Sie außerdem wüssten, dass der Dienstleister zu 1.720 Prozent verschuldet ist? Beides erwartet tatsächlich die ForestFinance Service GmbH aus der Eifelstraße 14 und 20 aus Bonn in NRW von ihren Investoren für ihr neues Produkt mit dem Namen WaldSparen VI.

 

 

Investoren sollen der Bonner Firma beispielsweise 32.000 Euro auf deren Konto bei der Postbank in Dortmund überweisen, damit dann ForestFinance auf einem Hektar ehemaliger Rinderweidefläche in Panama einen Mischwald aufforstet, der dann nach 25 Jahren selektiv geerntet werden kann.

Der geschäftsführende Gesellschafter Ex-taz-Redakteur Harry Theo Assenmacher (64) und seine Co-Geschäftsführerin Christiane Pindur (41), beide aus Bonn, rechnen mit einem Kapitalrückfluss von etwa 300 Prozent, was einer jährlichen Rendite von etwa 4,6 Prozent entsprechen würde.

Im vorgeschriebenen Vermögensanlagen-Informationsblatt heißt es unter Punkt 7 allerdings über den Verschuldungsgrad der Anbieterin, Prospektverantwortlichen und Vertragspartnerin Forest Finance Service GmbH:

Verschuldungsgrad: Der auf Grundlage des letzten aufgestellten Jahresabschlusses mit dem Stichtag 31.12.2018 berechnete Verschuldungsgrad der Emittentin beträgt 1.720%.

Das Produkt WaldSparen VI wird im Eigenvertrieb angeboten, wofür die Forest Finance Service GmbH schon mal 10 Prozent vom eingeworbenen Kapital als Vertriebsprovision kassiert.

Dabei lockt sie mit falschen Versprechungen:

Auf der Homepage wirbt die Forest Finance Services GmbH:

Jetzt Waldbesitzer werden!

In der Vertriebsbroschüre heißt es:

ForestFinance bietet mit WaldSparen VI Direktinvestoren die Möglichkeit, selbst Waldbesitzer zu werden…

Doch im 44seitigen Verkaufsprospekt (und nur der zählt im Streitfall) vom 19. Februar 2020 kommt das Wort Waldbesitz oder Waldbesitzer überhaupt nicht vor.