Jacob Keselman ist der CEO des ukrainischen Softwareunternehmens Milton Group. Auf Instagram (Foto) zeigt er sich mit seinem Ferrari und nennt sich selbst „Volk iz Kijeva“ auf deutsch Wolf von Kiew. Ein Whistleblower über die Trading-Accounts: “Alles gefälscht.” Razzia am 8. November 2022.

Jacob Keselman, CEO des ukrainischen Softwareunternehmens Milton Group, bezeichnete sich selbst auf Instagram als „Volk iz Kijeva“ (Wolf von Kiew) © Instagram

Zu den Töchtern der Milton Group gehört eine Reihe Technologie-Unternehmen wie etwa die Brokerage-Firma CryptoMB oder der Trader Cryptobase.

Sein ukrainisches Call-Center in einem Kiewer Einkaufszentrum, das zur Milton Group gehört, soll weltweit mehr als tausend Menschen zu gefälschten Investitionen in Kryptowährungen und Aktien gedrängt und so Millionen erbeutet haben.

Zum Netzwerk der Milton Group gehören auch Call Center in Tirana in Albanien,  in Tbilisi in Georgien, in Sofia in Bulgarien und in Mazedonien.

Jacob Keselman, CEO des ukrainischen Softwareunternehmens Milton Group, bezeichnete sich selbst auf Instagram als „Volk iz Kijeva“ (Wolf von Kiew) © Instagram

Eine Jahresbeute von knapp 63 Millionen Euro, eine Armada von 200 Angestellten, hunderte Betrugsversuche pro Tag, Opfer in mehr als 50 Ländern – gegen die Ausmaße seiner mutmaßlichen Scam-Operationen scheint jeder Enkeltrick wie ein Kavaliersdelikt.

Jacob Keselman – Am 8. November 2022 haben deutsche Ermittler in Osteuropa seinen mutmaßlichen Betrügerring zerschlagen

Staatsanwältin Sabine Wylegalla  © Generalstaatsanwaltschaft Dresden / Jürgen Lösel

Staatsanwältin Sabine Wylegalla (Foto © Generalstaatsanwaltschaft Dresden / Jürgen Lösel), Pressesprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, teilte am 22. November 2022 mit: „Nach jahrelangen Ermittlungen und aufwändigen Vorbereitungen gelang den Zentralstellen Cybercrime Bayern und Sachsen gemeinsam mit verschiedenen Polizeibehörden aus Bayern und Sachsen ein empfindlicher Schlag gegen ein kriminelles Netzwerk, das in den vergangenen Jahren weltweit durch Cyberbetrug einen Milliardenschaden verursacht haben soll. In einer gemeinsamen Operation mit Ermittlungsbehörden aus zahlreichen anderen Staaten, unter anderem. aus Georgien, Nordmazedonien und der Ukraine, wurden am 8. November 2022 in fünf Ländern gleichzeitig dutzende Objekte durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Auch zu (fünf – Anmerkung der Redaktion) Festnahmen und Vermögensbeschlagnahmen (in zweistelliger Millionenhöhe – Anmerkung der Redaktion) kam es in dem Gesamtkomplex.“

Jacob Keselman: Allein in Deutschland mehr als 100 Millionen Euro Schaden

 

Staatsanwältin Wylegalla: „Der international aufgestellten Tätergruppierung können nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hunderte betrügerische Trading-Plattformen und dutzende Callcenter in verschiedenen Ländern zugeordnet werden. Der verursachte Schaden ist immens; allein in Deutschland ist von einem Schaden von deutlich mehr als 100 Millionen Euro auszugehen. Weltweit muss mit hunderttausenden Geschädigten gerechnet werden, der geschätzte Gesamtschaden liegt im Milliardenbereich.“

Vater des Unternehmens: Georgier David Todua

 

Auf der Neujahrsfeier 2020 der Milton Group in Kiew hatte der Wolf von Kiew Hunderte von jubelnden Mitarbeitern aufgerufen: “Letztes Jahr [2019] haben wir bewiesen, dass wir die Nummer eins in der Ukraine sind. Lassen Sie uns dieses Jahr beweisen, dass wir die Nummer eins in der Welt sind.”

Sein besonderer Dank galt David, den er als “Vater” des Unternehmens bezeichnete. Obwohl es keine offiziellen Dokumente gibt, die David Todua, einen Georgier mit israelischem Pass, mit der Milton Group in Verbindung bringen, ist er doch Eigentümer der Online-Zahlungsplattform, über die die Zahlungen von Menschen abgewickelt wurden, die von der Milton Group mutmaßlich betrogen wurden.

Jacob Keselman – Illusion eines existierenden Accounts