Andreas-Marcus von Schubert – seine Welt sind eigentlich die Tiroler Berge in Österreich. Das Luxuspfandhaus Credicore in Hamburg brachte ihm denn auch kein Glück.
Im Tiroler St. Johann entwickelt der 63jährige Münchner mit seiner Firma CPE Immobilien GmbH seit 2014 Chalet Projekte in den Kitzbüheler Alpen, wo die deutsche und österreichische Wirtschaftselite wohnt.
Fast 70 Prozent der reichsten Deutschen haben laut Wohnatlas inzwischen in Kitzbühel ein Haus.
ScreenshotAndreas-Marcus von Schubert (63, rechts) aus St. Johann in Tirol und sein Co-Geschäftsführer Alexander Drewke (46, links) aus Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern, Ausriss aus CPE-Immo.com/Assets/Kitzbühel Country Club Magazin 2019
Andreas-Marcus von Schubert ist nicht nur ein bekannter Turnier-Golfer. Seine CPE Immobilien GmbH war auch Teamsponsor und Leading Sponsor im 5-Sterne-Hotel Golf & Country Club GCC Lärchenhof in Erpfendorf. Der GCC versteht sich auch als Tor zum Kitzbüheler Immobilienmarkt.
Allerdings: Kellerwirt-Traumprojekt nicht aus eigener Kraft gestemmt
Bei seinem Großprojekt – der Umwandlung der alten Tenne Kellerwirt in Wildschönau in ein Gesundheitshotel mit sieben Chalets und mit Handwerkern aus der Region, das er 2017 und noch einmal 2019 im Kitzbühel Country Club Magazin blumig ankündigte, ging ihm 2020 die finanzielle Luft aus.
Er trat sogar 2020 als Geschäftsführer der Kellerwirt GmbH zurück, an der sich seine CPE Immobilien GmbH mit 200.000 Euro Stammeinlage beteiligt hatte – ein Fünftel des Eigenkapitals der Kellerwirt GmbH.
Unter seiner Geschäftsführung gab es zunächst 2019 ein negative Eigenkapital von minus 756.000 Euro, welches im Jahr 2020 auf rund minus 1,2 Millionen Euro anschwoll.
Rettung kam von Wüstenrot
Zum Glück gelang es den beiden verbliebenen österreichischen geschäftsführenden Gesellschaftern der Kellerwirt GmbH Stefan Hetzenauer (70, Stammeinlage 300.000 Euro) aus Kirchberg in Tirol und Martin Ortner (54, Stammeinlage 100.000 Euro) aus St. Johann Anfang 2021, das Projekt Gesundheitshotel Kellerwirt mit Gewinn an die baden-württembergische Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH aus Ludwigsburg und deren eigens für den Kauf gegründete Tochter Kellerwirt Mountain Health Resort GmbH in Wildschönau-Oberau zu verkaufen.
Das Eigenkapital-Minus der Kellerwirt GmbH drehte sich dadurch von rund minus 1,2 Millionen Euro (2020) im Jahr 2021 auf plus 2,6 Millionen Euro.
Aus einem Kassenbestand von 48.000 Euro im Jahr 2020 wurde bei der Kellerwirt GmbH 2021 ein Kassenbestand von rund 3,7 Millionen Euro. Die Kellerwirt GmbH wurde anschließend abgewickelt.
Das Projekt von Andreas-Marcus von Schubert wurde schließlich von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH in dreieinhalb Jahren für 70 Millionen Euro gebaut und im Dezember 2024 als Mount Med Resort eröffnet.
Auf den Notverkauf, zum Glück mit Gewinn, seines Traumprojekts folgte eine Luxuspfandhaus-Schlappe in Hamburg.
Credicore Pfanhaus GmbH: Wo ist das Geld aus der Anleihe hin?
Andreas-Marcus von Schubert: Neres AG hält 24 Prozent an der inzwischen insolventen Credicore Pfandhaus GmbH
Andreas-Marcus von Schubert steht seit 2014 auch noch als Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift der Schweizer Immobilien-Projektentwicklerin Neres AG aus Appenzell vor, die sich über den Verkauf von vinkulierten (handelsbeschränkten) Namenaktien finanziert.
Nach dem geglückten Verkauf des Projekts Gesundheitszentrum Kellerwirt in Tirol stieg Andreas-Marcus von Schubert mit der Neres AG im September 2021 in das gerade erst im Juli 2021 eröffnete Hamburger Luxus-Pfandhaus Credicore in einer ehemaligen Bankfiliale im Schanzenviertel von Altona ein. Das erwies sich als Fehlinvestment.
Zunächst hielt die Neres AG an der Credicore Pfandhaus GmbH 36,76 Prozent und erhöhte dann auf 24 Prozent.
Am 19. Dezember 2023 eröffnete das Amtsgericht Hamburg die vorläufige Insolvenz, Aktenzeichen: 67a IN 366/23.
Die WirtschaftsWoche titelte am 6. Mai 2024: „Wertlose Teppiche, billige Labordiamanten: Der große Pfandhaus-Bluff.“
Prozess wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in Hamburg
Seit 8. Juli 2025 wird dem geschäftsführenden Gesellschafter der Credicore Pfandhaus GmbH Karl-Miguel Meyer (40, einem ehemaligen Kellner aus der Sansibar auf Sylt) aus Hamburg und drei weiteren Betreibern des Pfandhauses (51, 54, 60) vor dem Landgericht Hamburg ein Betrugsprozess gemacht. 50 Verhandlungstage sind vor der Großen Wirtschaftskammer angesetzt. Die vier Männer sollen Gelder aus Darlehen und Anleihen, die eigentlich für Pfandkredite gedacht waren, verschoben haben und einen Schaden von 10 Millionen Euro verursacht haben.
Doch Pfandhaus-Boss Karl-Miguel Meyer will nur ein Strohmann gewesen sein.
Seine Anwältin verlas zum Prozessauftakt eine Erklärung. >>> Hier geht’s weiter >>>