Der Margenverfall bei der SIG Group AG scheint hausgemacht.
Die Schweizer SIG Group AG vom Rheinfall stieg 2022 in Asien erstmals in den Frischmilch-Verpackungs ... mehrDie Schweizer SIG Group AG vom Rheinfall stieg 2022 in Asien erstmals in den Frischmilch-Verpackungsmarkt mit einer Marge von lediglich 17 Prozent ein und verwässerte damit die alte Konzern-Marge von 27 Prozent mit keimfreien Kartons © Pressefoto SIG Group AG, RheinfallNach dem Börsengang 2007 und einer anschließenden Odyssee durch die Hände vieler Investoren wagte der Schweizer Karton- und Abfüllanlagenhersteller SIG Group AG aus Neuhausen am Rheinfall 2018 einen zweiten Börsengang, um seine Schulden abzubauen.
Das lief auch gut an. Hauptkonkurrent Tetra Pak des schwedischen Lavalkonzerns, der rund zwei Drittel des Weltmarktes beherrscht, während die SIG Group AG 25 Prozent des Weltmarktes beherrscht, stieg freudig über seine Haldor Foundation ein und wurde mit 9,95 Prozent sogar größter SIG-Aktionär. Ein kleiner Ritterschlag für die SIG Group AG.
Die Aktie der SIG Group AG mit Fabrik in Linnich in Nordrhein-Westfalen machte anfangs auch Freudensprünge. Doch dann kam es zu einer hausgemachten Verwässerung der Gewinnmarge.
Der Schweizer Samuel Sigrist, ein eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer, wurde Anfang 2021 ... mehrDer Schweizer Samuel Sigrist, ein eidgenössisch diplomierter Wirtschaftsprüfer, wurde Anfang 2021 Chief Executive Officer von SIG, nachdem er bereits sieben Jahre lang Mitglied des Group Executive Board war © Pressefoto SIG Group AG, RheinfallSchuster bleib bei deinem Leisten? CEO Samuel Sigrist (Jahresvergütung 3,56 Millionen Euro) aus der Schweiz und seine Aufsicht Verwaltungsratspräsident Andreas Vicente Umbach (60, Jahresvergütung 584.390 Euro) aus Zug scherten sich wohl nicht sonderlich um diese Jahrhundertweisheit.
Die altehrwürdige 1853 gegründete Schweizer Industrie-Gesellschaft (SIG) war weltweit das erste Unternehmen, das keimfreie Verpackungen und Abfüllanlagen herstellte.
Den damit verbundenen großen technischen Aufwand ließ sich das Unternehmen mit 1.000 keimfreien Abfüllanlagen in 40 Ländern und Kunden in 60 Ländern auch gut bezahlen. Der Konzern erwirtschaftete noch 2020 mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro einen Betriebsgewinn von 498 Millionen Euro, was einer Marge von über 27 Prozent entspricht.