Im Angesicht der Überflutung mit Billig-Solarzellen aus China erhob der Bonner Sonnenkönig und passionierte Jäger Frank Asbeck (55) aus Bonn sein Schwert und entledigte sich am 8. August 2013 auf der außerordentlichen Hauptversammlung der SolarWorld AG im Bonner World Conference Center mit einem Handstreich einer Schulden- und Aktienlast von mehr als einer halben Milliarde Euro und blieb nach dieser mehr oder weniger freiwilligen Enteignung (er drohte den Anleihegläubigern und Aktionären mit Insolvenz) weiter auf dem Thron des Vorstandsvorsitzenden.
Manche nennen das unternehmerisches Talent. Andere Bauernschläue.
Der Preis dafür ist, dass Asbeck nur noch ein Aktienstimmrecht von 3,67 Prozent besitzt, obwohl ihm immer noch 20,85 Prozent von einst 25 Prozent am Aktienanteil des Unternehmens gehören.
Neuer Mehrheitsaktionär wurde die Qatar Solar S.P.C. mit 29 Prozent am Aktienbesitz. Qatar schoss nicht nur 35 Millionen Euro an Eigenkapital in die SolarWorld AG, sondern gab auch einen 50 Millionen-Euro-Kredit und bringt den Zugang zum wichtigen Rohstoff Silizium mit.
Und tatsächlich gelang es dem studierten und einfallsreichen Agraringenieur sowie Doktor ehrenhalber Frank Asbeck, der vor der SolarWorld AG, die er im Jahr 1998 gründete, mit Bruder Marc gepanzerte Autos im Bosnien-Krieg vermietet hatte, nun mit Hilfe von Qatar den Absturz der SolarWorld AG (97 Prozent Kursverlust in 5 Jahren) in nur einem Jahr wieder zu drehen: