Am 26. Januar 2022 rückte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bei Europas größtem Wohnmobil-Hersteller, der Erwin Hymer Group SE, im oberschwäbischen Bad Waldsee zu einer Betrugs-Razzia an.

 

Der Verdacht: Fahrzeuge könnten der 3,5-Tonnen-Klasse zugeordnet worden sein, obwohl sie schwerer sind. Der Tatvorwurf: Gewichtsschummeleien bei Wohnmobilen. Denn das Gewicht der Fahrzeuge ist entscheidend, es hat Auswirkungen auf die benötigte Führerscheinklasse. Ein zu hohes Gewicht schränkt den Käuferkreis ein.

Am 27. Januar 2022 bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Razzia.

 

Die Behörde, die oft bei großen Wirtschaftsdelikten übernimmt, führt laut einer Sprecherin ein Ermittlungsverfahren “gegen Mitarbeiter der Erwin Hymer Group SE wegen des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung im Zusammenhang mit Gewichtsangaben bei dem Verkauf von Wohnmobilen”.

Noch weitere Objekte in Baden-Württemberg seien am Mittwoch (26. Januar 2022) mit Hilfe von Spezialisten des Landeskriminalamts durchsucht worden.

Bereits 2019 hatte der Wohnmobilhersteller Erwin Hymer mehrere Manager in Kanada wegen eines möglichen Betruges suspendiert, schwieg aber öffentlich über die Hintergründe, wie GoMoPa berichtete.

Wollte der deutsche Statthalter Erwin Brandt (61) aus Bad Waldsee oder ein paar Emporkömmlinge möglicherweise den neuen Boss aus Indiana in den USA mit besonders großen Verkaufszahlen beeindrucken, nachdem dieser anfang letzten Jahres ausbleibende Synergieeffekte nach der Übernahme vor 2 Jahren beklagt hatte?

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft gerade den Verdacht, dass der Wohnmobilhersteller und -Verkäufer Erwin Hymer Group SE aus Bad Waldsee mit mutmasslich falschen Gewichtsangaben auch Wohnmobilliebhaber zu Besitzern und Fahrern gemacht haben soll, die diese in Wahrheit viel schwereren Fahrzeuge gar nicht hätten fahren dürfen.

Zum 1. Februar 2019 hatte der nordamerikanische Wohnmobilmarktführer, Thor Industries Inc., den europäischen Marktführer, Erwin Hymer Group SE mit Marken wie Hymer, Dethleffs, Bürstner, Sunlight, Niesmann + Bischoff, LMC oder Laika, für 2,1 Milliarden Euro geschluckt.

Doch ein Jahr danach am 1. Februar 2021 bemängelte Bob Martin, der Präsident und CEO der börsennotierten Thor Industries Inc., in einer gemeinsamen Bilanz vor der deutschen Presse,

dass größere gemeinsame Projekte Corona-bedingt zurückgestellt wurden.