Wie verzweifelt muss ein Bauentwickler (Ifainvest.at /Onegroup.ag) sein, wenn er auf einen Schlag gleich fünf Kurzzeit-Investments mit hohen Zinsen auf den österreichischen und deutschen Anlegermarkt wirft?

 

Die beiden Wiener Bau- und Pfandunternehmens-Brüder Erwin und Hanno Soravia suchen aktuell auf ihrem Linzer Portal Ifainvest.at neue Geldgeber.

Und zwar für eine vierjährige 10-Millionen-Euro-Anleihe ihres Unternehmens IfA AG (IfA steht für Institut für Anlageberatung) ab 10.000 Euro mit 4 Prozent Jahreszinsen.

Sowie eine dreijährige 8-Millionen-Euro-Anleihe für ihr Hotel- und Luxuswohnungsprojekt Klosterpark Salzburg ab 100.000 Euro mit 4,25 Prozent Jahreszinsen.

 

Mülheimer Oberbürgermeister Marc Buchholz (52, CDU, Foto rechts) sowie dessen Bau- und Kulturdezernenten Peter Vermeulen (CDU, Foto im Hintergrund mitte), einen offenen Bürgerpark (136.000 Quadratmeter) und Büros für Gründer und Innovatoren zu entwickeln © Pressefotos SORAVIA.at Jochen Tack, SORAVIA.at Mülheimer Oberbürgermeister Marc Buchholz (52, CDU, Foto rechts) sowie dessen Bau- und Kulturdezer ... mehrMülheimer Oberbürgermeister Marc Buchholz (52, CDU, Foto rechts) sowie dessen Bau- und Kulturdezernenten Peter Vermeulen (CDU, Foto im Hintergrund mitte), einen offenen Bürgerpark (136.000 Quadratmeter) und Büros für Gründer und Innovatoren zu entwickeln © Pressefotos SORAVIA.at Jochen Tack, SORAVIA.at

 

Parallell bietet das Brüderpaar auf seinem Hamburger Portal Onegroup.ag, welches sie im letzten Jahr von dem Münchener Projektentwickler ISARIA Wohnbau AG übernommen haben, eine dreijährige bis zu 103,5 Millionen Euro schwere nachrangige Namensschuldverschreibung ProReal Europa 9 ab 10.000 Euro plus 3,5 Prozent Agio mit einer prognostizierten Ausschüttung von 120 Prozent an.

Außerdem noch eine dreijährige und bis zu 50 Millionen Euro schwere Anleihe ProReal Secur 1 ab 10.000 Euro mit einem Jahreszins von 5,75 Prozent.

Und schließlich noch eine fünfjährige 15 Millionen Euro schwere nachrangige Namensschuldverschreibung ProReal Private 2 ab 200.000 Euro Mindestanlange plus 1,5 Prozent Agio mit 7 Prozent Jahreszins.

Summa summarum 186,5 Millionen Euro (ohne Agio). Warum?

Die Soravia-Bau-Brüder haben sich selbst in eine Art Dauer-Klemme manövriert, aus der sie scheinbar nicht mehr herauskommen.

 

Auf der einen Seite packen Erwin und Hanno Soravia gern Großprojekte an und kaufen Grundstücke auf Vorrat.

Doch diese schweren Brocken dauern naturgemäß lange und liegen schon mal auf Halde. Der SORAVIA-Projekt-Pipeline-Stau betrug vor einem Jahr laut Handelsblatt 1,5 Milliarden Euro für Projekte. Inzwischen hat die Pipeline ein Volumen von 3,3 Milliarden Euro erreicht, davon allein 700 Millionen Euro in Deutschland.

Das können die Brüder mit ihrer Projektentwicklungsfirma SORAVIA Investment Holding GmbH in Wien gar nicht stemmen. Trotz eines operativen Vorsteuerergebnisses von 26,6 Millionen Euro 2019 im Gesamtkonzern und 100 Millionen Euro stiller Reserven ebenfalls im Gesamtkonzern.

Seit 2018 legen Erwin und Hanno Soravia Kurzläufer-Investments auch für Kleinanleger auf.

So wie es die Hamburger One Group GmbH seit 2012 mit ihrer ProReal-Reihe macht.

GoMoPa warnt im Fall der One Group GmbH seit 2015 vor diesem Finanzierungsmodell für Großprojektentwicklungen. Denn diese dauern naturgemäß länger, als die Rückzahlungen der Kurzläufer fällig werden. Der Anbieter ist so gezwungen, am laufenden Band immer neue Investments aufzulegen. Es besteht die Gefahr eines Schneeballsystems.

Die One Group GmbH konnte auch nur für die ersten beiden Investments eine Investitionsquote von 100 Prozent der Anlegergelder anbieten. Danach nicht mehr.

Und nicht von ungefähr hat der Mehrheitsgesellschafter der One Group-Mutter ISARIA Wohnbau AG, der Lone Star Funds aus den USA, 2019 darauf gedrungen, alle Projekte zu verkaufen und die Finanzierungen möglichst abzulösen.

Zum Glück für ISARIA und die One Group hat die Deutsche Wohnen im Juli 2020 den Großteil der Projekte gekauft. 60 Prozent der Finanzierungen konnten durch die Deutsche Wohnen abgelöst werden.

Die One Group GmbH wechselte von der Münchener ISARIA zur Wiener SORAVIA und macht seitdem mit dem hochriskanten Finanzierungsmodell nun für die Österreicher einfach weiter.

Und die Wiener Bauentwickler Erwin und Hanno SORAVIA sind alles andere, als eine sichere Bank.

Sie haben bislang etliche Wetten auf das Funktionieren ihrer Projekte verloren.