Ein Zufallsfund eines 500-Gramm-Goldbarrens mit einem Reinheitsgrad von 99,9 Prozent Feingold und einem aktuellen Wert von rund 16.000 Euro durch eine 16jährige Schwimmerin im Königssee am vergangen Freitag, 7. August 2015, nur sieben Autominuten vom einstigen Führersperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden (Bayern) entfernt, beflügelt aufs Neue die Suche nach dem verschwundenen Nazi-Gold, das im April 1945 auf Befehl des letzten Chefs des Reichssicherheitshauptamts, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Ernst Kaltenbrunner (1903-1946), in Berlin in Munitionskisten gepackt, verschweißt und in einer Nacht-und-Nebelaktion unter SS-Bewachung zu einem Alpensee gefahren und versenkt worden sein soll.

 

Bis heute gilt es als verschollen.

Zum Nazi-Gold-Schatz gehören 50 Kisten mit 2.000 Kilogramm Goldbarren aus der Goldreserve des Dritten Reiches, 22 Kisten Skorzeny-Gold, 20 Kisten Goldmünzen aus dem Tartarenschatz, 5 Kisten Kaltenbrunner Brillanten, weitere Eigruber Brillianten, 50 Kilo Feingold und eine Briefmarkensammlung sowie jüdisches Beutegut aus Ungarn.

In Berchtesgaden hatte Hitler nach seiner Machtergreifung im Jahre 1933 seinen zweiten Regierungssitz errichtet, auf dem er sich ein Drittel seiner Amtszeit aufhielt: ein sieben Quadratmeter großes Sperr-Gebiet zwischen dem Berchtesgadener Tal und dem Berg Kehlstein, auf dem er in 1.834 Metern Höhe das Berggasthaus Kehlsteinhaus errichten ließ, das ein amerikanischer Diplomat auf den Namen Eagle’s Nest (Adlerhorst) taufte. Zum Schutz vor Alliiertenbombardements wurde ein weitverzweigtes Bunkernetz im Berchtesgadener Obersalzberg errichtet, zu dem Hitler von seinem Berghof (das ehemalige Haus Wachenfeld, das Hitler 1933 für sich und Eva Braun kaufte) über einen Tunnel gelangte.

 

© Polizeipräsidium Oberbayern Süd© Polizeipräsidium Oberbayern Süd

 

Der Oberkommandierende der Alliierten, der amerikanische General Dwight D. Eisenhower, befürchtete, dass sich die Nazielite in die am Obersalzberg vermutete Alpenfestung zurückziehen würde. So marschierte er mit seinen Truppen nicht in Richtung Reichshauptstadt Berlin, sondern setzte seine Truppen in Richtung Berchtesgaden in Bewegung. Den deutschen Truppen sollte so zum einen der Rückzug in die Berge unmöglich gemacht werden, und zum anderen wollten die Amerikaner in Berchtesgaden sein, bevor sich Elitetruppen wie die SS in den Bergen verschanzen konnten.

Am 25. April 1945 flog die Royal British Air Force mit Ihren Lancaster-Bombern über Berchtesgaden hinweg und legte einen Bombenteppich über den Obersalzberg.

Am 4. Mai 1945 wurde der Obersalzberg kampflos den amerikanischen Soldaten übergeben. Die Amerikaner erklärten daraufhin das gesamte Areal des ehemaligen Führersperrgebiets zum militärischen Sperrgebiet. Das noch völlig intakte Kehlsteinhaus wurde beschlagnahmt. Bis zum 17. Februar 1949 blieb dieses einzig unversehrte Gebäude am Obersalzberg dann auch unter amerikanischer Verwaltung.

Der Königssee im Berchtesgadener Tal wurde erst im Jahr 1997 nach Schätzen abgesucht.

Professor Hans Fricke, Meeresbiologe, Verhaltensforscher und unter anderem U-Boot-Fahrer, tauchte mit dem Forschungsboot Geo in den See hinab. Den einzigen Schatz, den er fand, war in 100 Metern Tiefe ein 1964 versunkener VW-Käfer, der mangels Sauerstoff noch unversehrt ist. Das Auto, das mal im Eis eingebrochen war, wurde bis heute nicht gehoben.

Und nun fand eine 16jährige Schwimmerin aus dem Ruhrpott in NRW, die in Schönau am Königssee ihre Ferien verbrachte, einen mysteriösen Goldbarren, der sie in Ufernähe aus zwei Metern Tiefe im Schlick auf dem Seegrund angeblinkt hatte.

Die Jugendliche griff den halben Kilo-Barren und brachte ihn als ehrliche Finderin zur Polizei.

Die erste Frage lautete: Wem gehört der Barren?

Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidium Oberbayern Süd, teilte gestern dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit: