Seit einem Jahr dreht der Berliner Millionär Michael Olaf Schütt (35, GetMyAds) offenbar wieder an einem ganz großen Geldrad. Offenbar von langer Hand vorbereitet.

 

Aber dieses Mal nicht wieder als falscher Firmengründungshelfer in den USA oder als Geldwäscher für Online-Casinos, sondern dieses Mal mutmaßlich als Inititator der Empfehlungs-Pyramide GetMyAds. Schon Einsteiger können laut Eigenwerbung durch die Teilnahme am Payback-Programm über Werbebanner und durch das Affiliate Programm über neue Kundenwerbung bis zu 327 US-Dollar (307 Euro) pro Tag verdienen.

Michael Schütt zeigt sich bei der Sause nicht als Frontmann, die Rolle übernahm als Marketingchef der in der Schweiz lebende MLM-Vollblütler Martin Schranz, über dessen bis zu 250 Euro teure Wunder-Spritspar-Pillen fürs Auto FFI (Fuel Freedom International) man allerdings noch heute lacht, wenn man nicht gerade zu den Käufern der Wunderpille gehörte.

Schütt hingegen will offenbar unerkannt bleiben. Aber die Spuren führen doch ziemlich eindeutig zu ihm und seinem langjährigen treuen Berliner Gehilfen, dem japanischstämmigen Kei Nozaki, der bei GetMyAds als letztlicher Inhaber in den Firmenpapieren auftaucht.

 

Kei Nozaki aus Berlin, mal Sekretär, mal Direktor einer der vielen Michael Schütt Firmen, präsentiert sich auf GetMyAds als CEO Frank Hanson und auf der Vorläuferseite Wir-tuns-fuer-Geld.de mit seinem richtigen Namen © DAF1archiv.wordpress.comKei Nozaki aus Berlin, mal Sekretär, mal Direktor einer der vielen Michael Schütt Firmen, präsent ... mehrKei Nozaki aus Berlin, mal Sekretär, mal Direktor einer der vielen Michael Schütt Firmen, präsentiert sich auf GetMyAds als CEO Frank Hanson und auf der Vorläuferseite Wir-tuns-fuer-Geld.de mit seinem richtigen Namen © DAF1archiv.wordpress.com

 

Auf der Seite “Über uns” auf dem Online-Portal nennt er sich allerdings CEO Frank Hanson, weil der Name Nozaki wohl durch die Schütt-Skandale ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Schütt ist prominent. Fernsehzuschauer kennen ihn als Goodbye Deutschland-Auswanderer auf Vox vom 3. Dezember 2009. Etliche Unternehmer jedoch machten mit Schütt als vermeintlichen Bankbesitzer der “Bank of Naples” keine so gute Bekanntschaft. Denn die Bank gab es nicht, weshalb sie auch keine versprochenen Firmenkredite ausreichen konnte. Dafür saß Schütt in den Jahren 2005 und 2006 für einige Monate im Gefängnis in Berlin.

Schließlich wanderte Schütt in die USA aus, nannte sich dort Schuett. Oder auch mal Thomas Schneider. Offiziell ließ er sich als Immobilienmakler und Firmengründer (US AG 24 Incorporation) in Florida nieder. Doch das war nur Makulatur für ein großes illegales Glücksspielgeschäft.