Enapter GmbH29. Juni 2020 | 13:21 | Lesedauer ca. 5 min | Autor: GoMoPa-Redakteur JS

Enapter GmbH: Nach Acta-Pleite mit Wasserstoff-Elektrolyser 2. Versuch mit Crowd-Kleinanlegern


Um es gleich vorwegzunehmen: Das Risiko bei dieser Investition in eine neue Wasserstofftechnologie ist so groß, dass das Fachmagazin für nachhaltige Geldanlagen ECOreporter aus Dortmund selbst die in Aussicht gestellten 6 Prozent Jahreszins auf die noch einzuwerbenden 6 Millionen Euro Crowdinvesting-Nachrangdarlehen für das Berliner Startup Enapter GmbH für zu niedrig erachtet.

 

Die Hong Konger Muttergesellschaft BluGreen Company Limited von IT-Fachmann Sebastian-Justus Schmidt (60) aus Glinde bei Hamburg in Schleswig-Holstein hält das Patent für das weltweit erste Modul inne, mit dem man Wasser auch dezentral in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten kann.

Das Modul heißt Elektrolyser und kommt Dank einer ebenfalls neuartigen Technologie namens Anionenaustauschmembran (AEM) bei der Produktion von Wasserstoff im Gegensatz zu konkurrierenden Technologien gänzlich ohne den Einsatz von Platin und anderen Edelmetallen aus.

Bei Elektrolyseuren (auch Elektrolyser genannt) handelt es sich um Vorrichtungen, in denen Wasser durch Zuführen von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird.

Der deutsche IT-Fachmann träumt von einer Massenproduktion seiner patentierten Enapter AEM-Elektrolyser. Denn nur bei Herstellungskosten von 1,50 Euro für ein Kilo Wasserstoff rechnet sich die ganze Sache am Markt. Erst in der Massenproduktion können Preise von 2.500 Euro und darunter für einen AEM-Eletrolyseur angepeilt werden. Im April 2020 kostete so ein Gerät, das zur Zeit in Pisa hergestellt wird, noch 9.000 Euro.

Schmidt:

Günstige Enapter Elektrolyseure können “Wasserstoff für jedermann” erzeugen, der dann als Stromspeicher im Eigenheim, Prozesswärme im Betrieb, Kraftstoff für Mobilität oder bei industriellen Anwendungen zum Zuge kommen kann.

Schmidt möchte deshalb in Deutschland einen Enapter Campus für 120 Millionen Euro und mit 200 Arbeitsplätzen zur Produktion der Enapter AEM-Elektrolyser errichten.

Dafür will er sich als Starteigenkapital von Kleinanlegern (je 250 bis 25.000 Euro) in Höhe von bis zu 6 Millionen Euro völlig unbesicherte Nachranddarlehen über die eigens eingerichtete Crowdinvesting-Plattform Enapter-Invest.de borgen. Laufzeit: 5 Jahre. Das Risiko ist dabei komplett auf die Anleger ausgelagert.

Seine Enapter GmbH selbst hat ein Eigenkapital von 25.000 Euro. Seine Enapter Firmengruppe, wozu neben der Hong Konger Holding noch die Produktionsstätte der Enapter S.R.L. in Pisa in Italien gehört, kann im Augenblick ein Abrufkapital von 380.000 Euro (Stand: 20. Juni 2020) aufbringen.

Allerdings verfügt das Berliner Startup für den Enapter Traumcampus bislang noch nicht mal über einen Standort.

 

Schmidt sagte dem ECOreporter am 24. Juni 2020:

Derzeit sind wir in den finalen Verhandlungen über einen Standort in Deutschland. Durch Corona hat es einige ungewollte Verzögerungen gegeben. Nach unserem jetzigen Zeitplan planen wir den Baubeginn im zweiten Quartal 2021 und die Fertigstellung im vierten Quartal 2022.

Doch die Vorgängerfirma, die ACTA S.P.A. aus Italien, die die Elektrolyser für die dezentrale Wasserstoffproduktion samt AEM-Technologie erfunden hat und seit 2012 produzierte, ging Ende 2014 damit pleite.

 

Sie war dann 2015 von der Heliocentris AG gerettet worden, die jedoch im Oktober 2016 selbst in Konkurs ging.

Odasco wollte sich dann die Assets, in die gerade ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag investiert worden war, einverleiben, allerdings wurde diese Übernahme bis Oktober 2017 nicht vollzogen.

Da schlug Schmidts Stunde:




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