Eigentlich jetzt sollte der Wasserstoffgenerator Elektrolyseur 4.0 der Berliner Enapter AG im Werk in Pisa in Italien vom Band laufen. Johnson Matthey PLC aus London sollte die Katalysatoren zuliefern. Pustekuchen.

Dabei hatte das letzte Jahr so verheißungsvoll geendet. Sogar Bill Gates zeigte sich von dem Berliner Wasserstoff-Startup Enapter AG mit seinem neuartigen Eletrolyseur 4.0 bei der UN-Klimakonferenz anfang November 2021 in Glasgow beeindruckt (Foto).

Microsoft-Gründer Bill Gates ließ sich auf der UN-Klimakonferenz anfang November 2021 in Glasgow von Enapter-Mitbegründerin Vaitea Cowan den neuen Plug&Play-AEM-Eletrolysuer 4.0, der ab  Sommer 2022 im Enapter-Werk in Pisa in Italien produziert werden sollte © Pressefoto Enapter AG, Berlin

Doch nun verhageln „Qualitätsprobleme bei Zuliefererbauteilen einzelner Komponenten zum Bau des AEM-Elektrolyseurs“ den für diesen Sommer 2022 angekündigten Produktionsstart für den Eletrolyseur 4.0 – einer ganz neuen Generation von Elektrolysern, wie Enapter am 22. Juli 2022 meldete.

Produktion verschoben: Der angekündigte Plug & Play-Elektrolyseur AEM EL 4.0 für Projekte jeder Größe von der Berliner Enapter AG © Pressefoto Enapter AG, Berlin

Am 1. März 2022 hatte Enapter den neuen Plug & Play-Elektrolyseur 4.0 (Foto) für Projekte jeder Größe angekündigt.

In der Presseaussendung hieß es: „Schon vor der offiziellen Markteinführung liegen mehr als 400 Bestellungen vor.“

 

Und: „Der AEM Elektrolyseur EL 4.0 ist ab sofort in insgesamt vier Versionen bestellbar (AC, DC, luftgekühlt, wassergekühlt). Die ersten Auslieferungen aus der Serienfertigung in Pisa, Italien, sind für den Sommer 2022 geplant.“

 

Doch durch die Zuliefer-Qualitätsprobleme verschiebt sich der Produktionsbeginn des neuen Elektrolyseurs 4.0 laut Enapter auf voraussichtlich September 2022.  

Die Meldung vom 22. Juli 2022 ging einher mit einer Verlustwarnung

 

Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird 2022 ein Minus von 12,5 Millionen Euro (Vorjahr: minus 8,6 Millionen Euro) erwartet. Das Unternehmen geht davon aus, die Engpässe bis Ende August 2022 für die entsprechenden Teile geschlossen zu haben.

Besonders ärgerlich ist das für die neuen Investoren in den Elektrolyseur 4.0

 

Die drastische Reduzierung der Prognosen für 2022 erfolgt von Enapter direkt an den Abschluss von umfangreichen Kapitalmaßnahmen.

Die Enapter AG (ISIN: DE000A255G02) hatte gerade erst am 7. Juli 2022 bekanntgegeben, dass sie ihre am 6. April 2022 eingeleitete Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen hat. Dabei wurde insgesamt ein Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 53 Millionen Euro erzielt. Insgesamt werden 2.789.353 neue Aktien ausgegeben, sodass das Grundkapital nunmehr 27,195 Millionen Euro beträgt. Die neuen Aktien wurden zu 19 Euro je Aktie platziert.

Der Kurs liegt heute bei 17,15 Euro je Aktie.

Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft hat sich unter anderem der Investor Johnson Matthey PLC an der aus mehreren Teilen bestehenden Kapitalmaßnahme beteiligt.

Steckt der neue Partner Johnson Mattey PLC hinter den Zuliefer-Qualitätsproblemen?