Durch den Zusammenschluss soll eine führende paneuropäische Plattform für Gewerbeimmobilien mit einem Bestand von über EUR 25 Mrd. entstehen. So machten der CEO Barak Bar-Hen (43) aus Amsterdam und der Finanzvorstand Gerald Klinck (51) aus Deutsch Evern in einem Aktionärs-Brief vom 9. Januar 2020 die bereits im Herbst 2019 erfolgte Fusion der Berliner TLG Immobilien AG aus dem Hausvogteiplatz 12 in Mitte mit dem Luxemburger Gewerbe-Immobilien-Unternehmen Aroundtown SA mit Niederlassung in der Wittestraße 30 in Berlin Tegel noch einmal schmackhaft und bot den TLG-Aktionären einen Umtausch für jede ihrer Aktien in 3,6 Aroundtown-Aktien an.

 

 

Aroundtown SA hält seit Februar 2020 77,76 Prozent an der TLG Immobilien AG.

10,42 Prozent halten der israelische Immobilieninvestor Amir Dayan (45) aus Tel Aviv und Maria Saveriadou (49). Der Rest ist Streubesitz.

Doch aus Sicht der Münchener Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V., die ebenfalls TLG-Aktionär ist, soll es bei dem Deal um gute “persönliche Beziehungen” zwischen dem TLG-Vorstand (dazu zählen der CEO Barak Bar-Hen, Ex-Finanzvorstand Gerald Klinck und der 57jährige COO Jürgen Overath aus Hennef, der nach dem ersten Halbjahr 2020 sein Mandat als COO niederlegte) und dem Aroundtown-Beirat und Aroundtown-Großaktionär Yakir Gabay (53 aus London, Inhaber der Avisco Group aus Zypern) gegangen sein und um eine mögliche Gelegenheit, sich durch einen Aktien-Deal zu einem mutmasslich überhöhten Preis und damit zu “marktunüblichen Bedingungen” zu Lasten der TLG Immobilien AG die Taschen mit dicken Prämien vollstopfen zu können. So jedenfalls der schwerwiegende Verdacht der SdK.

Fakt sind Immobilien-Share-Deals von Yakir Gabay und Amir Dayan

 

Die beiden israelischen Immobilieninvestoren Aroundtown SA-Großaktionär Yakir Gabay und TLG-Großaktionär Amir Dayan sind in der Vergangenheit gemeinsam über die zypriotische Avisco SA und deren Töchterfirmen in Deutschland mit großangelegten Share-Deals aufgefallen. Dabei werden Immobilien nicht direkt, sondern als Anteile an zypriotischen Firmen verhökert und nach Belieben ohne Grundbuchänderung (und somit anonym) und ohne Grunderwerbssteuer hin- und hergeschoben, wie GoMoPa berichtete.

Dieser Umweg über Zypern spart nicht nur Grunderwerbssteuern, er hebelt auch das zehnjährige Spekulationsverbot mit deutschen Immobilien aus. Denn kein Mieter oder Bürgermeister, noch das bundesdeutsche Transparenzregister bekommen in Deutschland von einem solchen Eigentümerwechsel etwas mit.

Und die Fusion hat enorme rechtliche Auswirkungen auf die Anleihe-Gläubiger der TLG Immobilien AG.

 

Die Berliner TLG Immobilien AG ist ab August 2020 nur noch Garantiegeberin für die drei Firmenanleihen.

Alleinige Emittentin und Schuldnerin wurde die luxemburgische Aroundtown SA.