Ein Gutachten aus Antwerpen habe zutage gebracht, dass die untersuchten Predator-Diamanten nur einen Bruchteil an Wert haben sollen, wie das Portal DieBewertung aus Leipzig am 6. Januar 2022 berichtete.

 

Der Diamantenhändler selbst, die Predator Capital & Management Group Ltd., kurz PCM, aus Cardiff in England, dagegen sprach auf seiner deutschen Händlerseite Predator-Diamanten.de am 10. Januar 2022 von einem “unseriösen Pseudojournalismus mit reihenweisen Falschmeldungen”.

GoMoPa ging auf Spurensuche.

 

Dabei fiel zunächst einmal auf, wie und durch wen der in Brasilien lebende deutsche Diamantenhändler Klaus Gunter Pfister (60) als Direktor mit seiner Predator Capital & Management Group Limited aus England den Wert und die Qualität der Diamanten bestimmt, die er seinen Kunden ab 10.000 Euro Mindestbetrag in Deutschland verkauft.

Was den Wert anbelangt, so verteufelt er geradezu ein Diamanten-Zertifikat von einem echten Juwelier.

So teilte sein Firmenvertreter Klaus Werner Müller als Autor des Online-Shops Predator-Diamanten.de am 10. Januar 2022 der Kundschaft mit:

Grundsätzlich ist es wichtig und unerlässlich, beim Diamantenkauf darauf zu achten, dass Ihre gekauften Diamanten nicht von einem Juwelier zertifiziert wurden und dieser ein sogenanntes “Juwelierzertifikat” erstellt hat, sondern von einem international anerkannten unabhängigen Zertifizierungsinstitut nach einem standardisierten einheitlichen Bewertungssystem.

Was die Qualität anbelangt, so sollten Predator-Kunden offensichtlich nicht mal alleinig einem solchen Institut vertrauen dürfen.

 

Als einziger Diamantenhändler lässt die Predator Capital & Management Group Ltd. ihre Diamanten persönlich nach Hause bringen.

Der Predator-Bote überprüft dann die Qualität des Diamanten vor Ort beim Kunden.

Auf dem Online-Shop Predator-Diamanten.de wird das so erklärt:

Sie erwerben von uns ausschließlich physische Diamanten geprüfter Qualität anerkannter Zertifizierungsanstalten (IGI, HRD, AGS, GIA, AIG und CGL).

Alle verkauften Diamanten werden von einem qualifizierten Fachmann
persönlich übergeben und nochmals im Beisein unserer Kunden überprüft.

Aber nicht nur die Qualität, auch der Wert der Diamanten wird vor Ort von dem Experten überpüft. Auf Twitter erläuterte die Predator Capital & Management Group Ltd. am 6. Februar 2020:

Alle Diamanten werden persönlich übergeben und in Ihrem Beisein nochmals auf Echtheit, Qualität, Wert und Zertifizierung überprüft.

Dieser Predator-Diamanten-Überprüfer ist aber, nach allem, was man öffentlich finden kann, weder ein Juwelier, noch ein Mitarbeiter eines unabhängigen anerkannten Instituts, noch ein Diamanten-Experte, sondern lediglich ein allgemeiner “Sachwert-Experte”. Denn als ein solcher “Sachwert-Experte” und nicht mehr wurde er in Webinaren über das allgemeine Thema “Diamanten als Anlageklasse” auf Facebook angekündigt.

Sein Name: Steffen Ruppe.

Im Internet heißt es, er komme aus Halle. Bislang trat er eher in Immobilien-Unternehmerkreisen als in Juweliers-Kreisen in Erscheinung.

Wie etwa bei dem Offenbacher Immobilienunternehmen VK Anlagen Gruppe GmbH der Offenbacherin Diana Paula Roseno de Araujo, die nun über ihren VK Anlagen Head of Sales Marco Aßmann (33) aus dem hessischen Langen und eben mit diesem Steffen Ruppe als Nebengeschäft ihren Kunden Diamanten als Anlage schmackhaft macht.

Das wäre alles vermutlich gar keiner Rede wert, wenn der Leipziger Journalist Thomas Bremer (DieBewertung.de, Verbraucherschutz.forum) nicht im Jahr 2019 von Kunden dazu angehalten wurde, als Teil eines Recherchenetzwerkes über den Diamantenhändler und seine Ware Recherchen anzustellen.

Dabei stieß das Recherchenetzwerk auf Brisantes.