Die Augsburger PATRIZIA Grundinvest KVG mbH hat gerade im Juli 2018 mit dem Anteilsverkauf für ihren siebten geschlossenen Immobilienfonds begonnen, die die bayerischen Schwaben seit 2016 in schneller Abfolge auflegten.

Ab 10.000 Euro plus 5 Prozent Agio können Anleger Anteile an einer Objektgesellschaft namens PATRIZIA GrundInvest Die Stadtmitte Hofheim am Taunus GmbH & Co. geschlossene Investment KG erwerben. Es geht um eine überdachte Einkaufspassage namens Chinon Center in der Kleinstadt Hofheim am Taunus (40.000 Einwohner) mitten in der Pampa zwischen den Metropolen Frankfurt und Wiesbaden.

 

Die Geschäftsführer Andreas Heibrock und Joachim Fritz von der Patrizia GrundInvest KVG mbH aus Augsburg zahlten am 8. März 2018 für die Einkaufspassage Chinon Center in der Kleinstadt Hofheim (40.000 Einwohner) zwischen Frankfurt und Wiesbaden fast 7 Millionen Euro mehr, als der Verkäufer Union Investment Reals Estate GmbH aus Hamburg mit 2 Gutachtern als Verkehrswert/Verkaufspreis in seinem Halbjahresbericht zum 31. März 2018 angibt © Emissionsprospekt und Beilagen Patrizia GrundInvest Die Stadtmitte Hofheim am Taunus GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Fuggerstraße 26, AugsburgDie Geschäftsführer Andreas Heibrock und Joachim Fritz von der Patrizia GrundInvest KVG mbH aus Au ... mehrDie Geschäftsführer Andreas Heibrock und Joachim Fritz von der Patrizia GrundInvest KVG mbH aus Augsburg zahlten am 8. März 2018 für die Einkaufspassage Chinon Center in der Kleinstadt Hofheim (40.000 Einwohner) zwischen Frankfurt und Wiesbaden fast 7 Millionen Euro mehr, als der Verkäufer Union Investment Reals Estate GmbH aus Hamburg mit 2 Gutachtern als Verkehrswert/Verkaufspreis in seinem Halbjahresbericht zum 31. März 2018 angibt © Emissionsprospekt und Beilagen Patrizia GrundInvest Die Stadtmitte Hofheim am Taunus GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Fuggerstraße 26, Augsburg

Prognostiziert ist pro Jahr eine Ausschüttung von 4,5 Prozent auf den eingezahlten Betrag ohne Agio und eine 100prozentige Rückzahlung nach Laufzeitende (31. Dezember 2034).

Rund 29,7 Millionen Euro (inklusive Agio) wollen die PATRIZIA Grundinvest Geschäftsführer Andreas Heibrock und Andreas Menke bis Ende 2019 einsammeln. Die Mainzer Volksbank eG steuert einen Kredit in Höhe von 26,5 Millionen Euro bei, der mit einem jährlichen Zinssatz von 1,576 Prozent vergütet wird und mit jährlich 1 Prozent auf den Darlehensrestbetrag bis zum 30. April 2018 getilgt werden soll.

Hat UniImmo: Europa die clevereren Manager?

Aber vielleicht sollten die Immobilien-Anleger ihr Geld besser nicht zu den Augsburgern, sondern zu den offensichtlich viel clevereren Managern des offenen Immobilienfonds UniImmo: Europa von der Union Investment Real Estate GmbH der Volks- und Raiffeisenbanken aus dem Valentinskamp 70 in Hamburg tragen. Die haben die Augsburger beim Verkauf des Chinon Centers wie Deppen dastehen lassen.

Bei dem rund 12,2 Milliarden Euro schweren UniImmo: Europa aus Hamburg kann man übrigens schon mit 25 Euro monatlich einsteigen.

Seit der Gründung 1985 geht es nur bergauf. Von Juni 2013 bis Juni 2018 legte der Fonds um 13,05 Prozent zu und verzeichnete zum 31. März 2018 einen Zwölfmonatserfolg von 2,6 Prozent. Und bei einem offenen Immobilienfonds kommt man jederzeit an sein Geld, beim geschlossenen Fonds nicht.

Beim geschlossenen Augsburger Fonds liegen die Prognosen zwar höher. Aber nun schon zum zweiten Mal hintereinander zahlten die Augsburger Manager Andreas Heibrock und Joachim Fritz viele Millionen Euro mehr, als die Verkäufer der Gewerbeimmobilien von ihren Gutachtern selbst als Verkehrswert/Kaufpreis feststellen ließen.

Das war beim letzten Fonds so: Da hatte die PATRIZIA Grundinvest für ihren 62,37 Millionen Euro plus 5 Prozent Agio schweren Kommanditkapitalfonds PATRIZIA GrundInvest Mainz Rheinufer GmbH & Co. geschlossene Investment-KG für die Malakoff-Passage in Mainz Rheinufer fast 11 Millionen Euro mehr ausgeben, als die Verkäuferin UBS Real Estate GmbH aus München für ihren Fonds UBS (D) Euroinvest Immobilien Fonds selbst als Verkehrswert ermittelt hat, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete.

 

Können sich die Hände reiben: die Fondsmanager des offenen Immobilienfonds UniImmo: Europa von links nach rechts: Volker Noack, Jörn Stobbe, Dr. Reinhard Kutscher und Martin J. Brühl, allesamt Geschäftsführer der Union Investment Real Estate GmbH aus Valentinskamp 70 in Hamburg, sie erhielten von Patrizia Grundinvest für das Chinon Center in Hofheim am Taunus einen Verkaufspreis von 46,45 Millionen Euro, obwohl ihre beiden Gutachter nur auf einen Verkehrswert/Verkaufspreis von 39,5 Millionen Euro kamen © Halbjahresbericht des UniImmo: Europa zum 31. März 2018Können sich die Hände reiben: die Fondsmanager des offenen Immobilienfonds UniImmo: Europa von lin ... mehrKönnen sich die Hände reiben: die Fondsmanager des offenen Immobilienfonds UniImmo: Europa von links nach rechts: Volker Noack, Jörn Stobbe, Dr. Reinhard Kutscher und Martin J. Brühl, allesamt Geschäftsführer der Union Investment Real Estate GmbH aus Valentinskamp 70 in Hamburg, sie erhielten von Patrizia Grundinvest für das Chinon Center in Hofheim am Taunus einen Verkaufspreis von 46,45 Millionen Euro, obwohl ihre beiden Gutachter nur auf einen Verkehrswert/Verkaufspreis von 39,5 Millionen Euro kamen © Halbjahresbericht des UniImmo: Europa zum 31. März 2018

 

In einer Telefonkonferenz mit GoMoPa.net verteidigte PATRIZIA GrundInvest Geschäftsführer Andreas Heibrock den Preis damit, dass er die Verkäufergutachten gar nicht kenne, sondern dass man sich in einem Bieterverfahren befand und aus einem regionalen Pool zwei eigene Gutachter fischte (öffentlich vereidigter Sachverständiger Dr. Helge Ludwig aus Augsburg und Sachverständiger Uwe Ditt aus Mainz), die auf einen Verkehrswert von 96,5 beziehungsweise 96,55 Millionen kamen, bei dem der Fonds Meinz Rheinufer mit dem tatsächlich gezahlten Kaufpreis in Höhe von 95,4 Millionen Euro sogar noch rund 1 Million Euro eingespart habe.

UBS veröffentlichte allerdings einen Verkehrswert von lediglich 84,7 Millionen Euro.

PATRIZIA Grundinvest Geschäftsführer Heibrock hatte dafür nur eine Erklärung: Die Vorbesitzerin UBS habe mit 10 Jahre alten Zahlen gearbeitet und möglicherweise deshalb den Verkehrswert so niedrig dargestellt, damit sie bei ihren Anlegern mit dem Verkauf zu einem weit höheren Preis besser dastehen würde.

Das mochte vielleicht stimmen. Aber beim neuen Fonds passierte Heibrock nun genau das Gleiche und dieses Mal mit einem anderen Verkäufer, der Union Investment Real Estate GmbH: