Der Berliner Erdölunternehmer und Mehrheitsaktionär der Oil & Gas Invest AG Jürgen Wagentrotz (73) ist sauer auf seinen Vorstand, Justiziar und die Aufsichtsräte. Denn die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt wegen Insolvenzverschleppung, und in der Firma ist niemand mehr erreichbar.

 

Kurze Laufzeiten von 2 Jahren, zweistellige Jahres-Renditen (ab 5.000 Euro 10 Prozent, ab 10.000 Euro 12 Prozent) und maximale Sicherheit, da die Geschäftsführung selbst Millionen investiert hat – das waren die Versprechen der 2010 gegründeten Oil & Gas Invest AG (OGI AG) aus Frankfurt am Main (Lyoner Straße 34) mit Büros in Berlin Charlottenburg (Tauentzienstraße 9-12) und Berlin Wilmersdorf (Fasanenstraße 47).

Das Geld der Anleger soll für Erdölexplorationen des Tochterunternehmens OGI Holding Corporation aus Tuscaloosa in Alabama (USA), vormals Houston in Texas, genutzt werden.

 

Der Förderclaim der OGI AG, der unter dem Projektnamen “Cinderella” ausgeschlachtet werden soll, liegt im Bundesstaat Mississippi und soll nach Unternehmensangaben rund 120 Millionen Barrel Rohöl im Wert von etwa 12 Milliarden Euro beherbergen, die nur darauf warten von der OGI AG gefördert zu werden.

Die ausgewertete 3D Seismic bestätigte letzten Sommer auf einem weiteren OGI Projektgebiet “Jernigan Mill” im US-Bundesstaat Alabama eine förderbare Ölreserve von 10-12 Millionen Barrel Erdöl im Wert von derzeit 500 bis 600 Millionen Euro.

Insgesamt plante die OGI AG, zwischen 30 und 40 verwaiste Ölquellen noch einmal anzuzapfen und auf diese Weise jährlich einen Gewinn von rund einer Milliarde US-Dollar (867 Millionen Euro) zu erzielen.

President der OGI Holding Corporation ist der in Berlin und Kitzbühel (Österreich) lebende OGI AG-Mehrheitsaktionär Jürgen Wagentrotz. Er stand auch der deutschen OGI AG fünf Jahre lang vor, musste aber im Oktober 2017 seinen deutschen Chefsessel aus gesundheitlichen aufgeben.

Bis zu seinem Rücktritt wurden alle Zahlungsverpflichtungen der Oil & Gas Invest AG eingehalten.

 

Doch nun nach sieben Monate sind das Frankfurter Büro verwaist, der Internetauftritt gecancelt, die Telefone abgeschaltet und die Firmen-E-Mail-Adressen geblockt.

Die Anleger erhielten seit November 2017 keine Auszahlungen und die Bestandskundenbetreuerin Babette Schinköthe seit 3 Monaten kein Gehalt und keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr.

De Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat ein Ermittlungsverfahren wegen Insolvenzverschleppung eingeleitet.

Mehrheitsaktionär Wagentrotz teilte dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net dazu mit:

Da Sie den Verbraucherschutz in Ihren Periodika stets sehr ernst genommen haben, setzte ich Sie mit meinem anhängenden Schreiben davon in Kenntnis, dass OGI Vorstand, OGI Aufsichtsrat und OGI Justiziar, getreu dem Spruch: “Die Ratten verlassen das sinkende Schiff!” auf Tauchstation gegangen sind.

Dadurch bekommen weder 148 OGI Aktionäre noch zirka 500 Zeichner von Nachrangdarlehen, Unternehmensanleihen und Wandelschuldverschreibungen kein Geld mehr.

Schaden: zirka 58 Millionen Euro!

Bis zu meinem Rücktritt als Vorstand im Oktober 2017, aus gesundheitlichen Gründen, habe ich stets mit meinem Eigenkapital dafür gesorgt, dass alle Investoren pünktlich ihre Zinsen bekommen und die Gläubiger ihre Rechnungen bezahlt bekamen.

Als erste Amtshandlung hat der neue Vorstand bereits im November 2017 die Zinszahlungen ausgesetzt, und die Investoren mit unwahren Schilderungen der Geschäfte in den USA getäuscht und hingehalten.

Tatsächlich hat der neue Vorstand und zugleich Gründungsaktionär der OGI AG Markus Alfons Schilz (71) aus Bad Homburg in Hessen in einem Schreiben vom November 2017, in dem er um Aussetzung von Zahlungen und Zinsen bis Mitte 2019 bat, den Anlegern folgende Hoffnungen gemacht:

Mit Beendigung des Moratoriums können und werden wir jedoch unsere Leistungen und Zahlungen wieder aufnehmen und bis zum hinausgeschobenen Vertragsende ausführen können. Wir bitten nochmals um Ihr Verständnis für diese in Ihrem Interesse unvermeidbare sowie alternativlose Maßnahme zum Schutze auch Ihres Vermögens.

Unsere Pläne werden sich dann verwirklichen lassen, wenn es gelingt, zusätzlich zu den Sparmaßnahmen im eigenen Hause, einen Investor für ein vielversprechendes Projekt dauerhaft und zuverlässig zu gewinnen.

Das Projekt haben wir. Es ist in alle Richtungen von unabhängigen Sachverständigen wissenschaftlich geprüft und als aussichts- sowie ertragreich beurteilt worden.

Wir haben auch einen potenten Interessenten für diese Millionen-Investition ausschließlich in dieses Bohrprojekt selbst. Dessen Investition würde die Durchführung und die Ausbeutung bis zum Ende hin absichern und der OGI AG auskömmliche Gewinne bescheren.

Es gibt auch diesen Investor, wir müssen ihn nur noch überzeugen und endgültig gewinnen. Wir dürfen inzwischen mit Fug und Recht davon ausgehen, dass die Verhandlungen mit dem aktuellen Investitionsinteressenten erfolgreich zu einem Abschluss gebracht werden können.

Das Vorhaben der Gesellschaft heißt damit endlich wieder klar und unmissverständlich “Öl-Bohrung in den Staaten” auf einem bestens erforschten und wissenschaftlich geprüften Feld an einem Bohrpunkt, der von Experten als aussichtsreich eingeschätzt wird.

Doch für Mehrheitsaktionär Wagentrotz steht heute fest, wie er GoMoPa.net mitteilte:

Seit über 6 Monaten betreibt die OGI AG klassische Insolvenzverschleppung.

Diesen Verdacht hegt auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt. Sie nimmt nicht nur Vorstand Schilz ins Visier, bei dem es bereits eine Durchsuchung gab. Auch die OGI Aufsichtsräte Frank Fleschenberg, Christian Neureuther und Sebastian Groß müssen mit Ermittlungen rechnen. Auch sie haben das Hinhalteschreiben an die Anleger mitgezeichnet und mitgetragen.

Frank Fleschenberg und Christian Neureuther nur Image-Aufsichtsräte?

Möglicherweise waren Frank Fleschenberg und Christian Neureuther nur sogenannte Image-Aufsichtsräte, was sie dennoch nicht der Verantwortung enthebt.

Denn die Aktionäre und Anleihen-Gläubiger haben den ehrenwerten und prominenten Gesichtern vertraut, die die Führungskräfte des Unternehmens kontrollieren sollten.

OGI AG-Aufsichtsrat Frank Fleschenberg (69) aus München spielte von 1966 bis 1975 als Torwart in der Fußball-Bundesliga. Dann wechselte er vom Spielfeld an den Spielfeldrand. Als damals jüngster Manager der Ligageschichte, des 1. FC Nürnberg (1978 bis 1982) und des 1. FC Saarbrücken (1982 bis 1986), stieg er mit den Mannschaften in die Bundesliga auf.

1993 gründete Fleschenberg den legendären EAGLES Charity Golf Club e.V. in Neubiberg bei München, in dem auch Franz Beckenbauer (72, Ehrenpräsident des FC Bayern München) mit 128 weiteren Prominenten zu wohltätigen Zwecken golft und der in 24 Jahren 29 Millionen Euro spendete.

Am 14. April 2010 verlieh der damalige Bundespräsident Horst Köhler Frank Fleschenberg das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Beckenbauer sagte mal über Fleschenberg:

Ja mei, der Fleschi, wenns den nicht gäbe, müsstest ihn erfinden.

Die deutsche Ski-Rennlegende Christian Neureuther.

OGI AG-Aufsichtsrat Christian Neureuther (69) aus Garmisch-Partenkirchen in Bayern war von 1973 bis 1979 sechsfacher Ski-Slalom-Weltcupsieger und ist seit 1980 mit der zweifachen Ski-Abfahrt und Ski-Slalom Olympia-Gold-Gewinnerin (1976 in Innsbruck) Rosi Mittermaier-Neureuther (67) verheiratet und gehörte letztes Jahr auf dem Münchner Oktoberfest zum Wiesenstammtisch von BMW.

2007 wurde ihm der Bayerische Sportpreis in der Kategorie “Hochleistungssportler Plus” verliehen. Die Deutsche Sporthilfe zeichnete ihn 2017 mit der Goldenen Sportpyramide für sein Lebenswerk aus.

Nun sollen die deutschen Sport-Promis für kriminelle Handlungen verantwortlich sein.

Der Vorstand und die Aufsichtsräte sollen zugelassen haben, dass ein mit Berufsverbot belegter Rechtsanwalt namens Gernot Haußmann (65) aus Hannover als Justiziar die OGI AG “gegen die Wand gefahren” hat, wie Mehrheitsaktionär Wagentrotz in einem Brief vom 29. Mai 2018 an Markus Schilz vorwürft.