Der Deutsche Fußball-Bund e.V. DFB aus Frankfurt am Main ist gemeinnützig und verdient dadurch steuerfrei Millionen. Im Gegensatz zum vielkritisierten Weltfußballverband FIFA aus Zürich in der Schweiz schweigt der DFB aber über seine Geldströme. Nur einer redet Klartext.

Theo Zwanziger, ehemaliger DFB-Präsident, sagte den WDR-Story-Autoren Sascha Adamek und Martin Hahn:

Wenn die Gemeinnützigkeit mehr oder weniger dazu benutzt wird, im Kern den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu unterstützen, dann ist das aus meiner Sicht nicht okay.

Der Fußball-Club Langen 1903 e.V. südlich von Frankfurt am Main ist einer von 26.000 kleinen deutschen Fußballvereinen. Und einer, der das Prädikat gemeinnützig auch verdient hat. 500 aktive Mitglieder. 380 Kinder und Jugendliche spielen hier. Das Geld kommt aus Mitgliedsbeiträgen und Sponsoring. Es gibt Zuschüsse vom Landessportbund.

 

Der 1. FC Langen e.V. fühlt sich vom DFB im Stich gelassen, weiß nicht, wie er seine Rechnungen bezahlen soll © Foto: Youtube/WDR Die StoryDer 1. FC Langen e.V. fühlt sich vom DFB im Stich gelassen, weiß nicht, wie er seine Rechnungen be ... mehrDer 1. FC Langen e.V. fühlt sich vom DFB im Stich gelassen, weiß nicht, wie er seine Rechnungen bezahlen soll © Foto: Youtube/WDR Die Story

 

Stephan Seibel ist der Vorsitzende und arbeitet wie alle in dem Verein ehrenamtlich. Seibel:

Der Sinn von Gemeinnützigkeit ist unseres Erachtens nach, dass eben alle davon profitieren können. Und zwar für kleines Geld. Wir haben ja auch Mitglieder, wo das Arbeitsamt die Mitgliedsbeiträge bezahlt. Denen müssen wir genauso eine Chance geben, Fußball zu spielen, wie Menschen, die ein bisschen mehr Geld haben. Es ist ja nun mal nicht gerecht überall verteilt, ja.

Und das ist das Schöne an unserer Basis. Da spielen diese Dinge keine Rolle. Bei den Kleinen zumindest noch nicht, ja. Da ist es egal, ob sie aus einem guten oder schlechten Haus kommen. Die spielen zusammen Fußball und haben ihren Spaß. Und das ist einfach toll.

Anfangs stand Seibel vor einem Scherbenhaufen. Dem Verein drohte die Insolvenz. Ohne die Hilfe der Stadt wäre alles aus gewesen. Seibel: