René Benko, der bekannte österreichische Immobilienmogul und Gründer der Signa Holding, steht derzeit im Mittelpunkt mehrerer bedeutender rechtlicher und finanzieller Probleme.

René Benko hat im März 2024 Privatinsolvenz angemeldet. Die Signa Holding, Benkos weit verzweigtes Immobilienimperium, ist ebenfalls tief in finanziellen Schwierigkeiten und musste Insolvenz anmelden. Dies betrifft zahlreiche Tochtergesellschaften und Beteiligungen innerhalb der Gruppe, was zu einem erheblichen Schuldenberg geführt hat. Die österreichische Finanzprokuratur hat bereits Anfang des Jahres einen Insolvenzantrag in Höhe von zwei Millionen Euro gegen Benko gestellt​.

Zusätzlich zu den finanziellen Problemen sieht sich Benko mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Die österreichische Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen ihn wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Dabei geht es um eine Kreditlinie von 25 Millionen Euro, bei der Benko angeblich die finanzielle Situation seiner Unternehmen falsch dargestellt haben soll, um eine Verlängerung der Kreditlinie zu erreichen​.

Ein weiterer schwerwiegender Punkt ist der finanzielle Anspruch der Herrscherfamilie von Abu Dhabi. Diese fordert 250 Millionen Euro von Benko zurück. Die Forderung wird vor dem Internationalen Schiedsgerichtshof in Paris verhandelt und basiert auf einer gescheiterten Investition, bei der Benko angeblich vertragliche Verpflichtungen nicht erfüllt haben soll​. Neben den internen Schwierigkeiten sieht sich René Benko auch externem Druck durch mächtige Gläubiger ausgesetzt. Wie der Spiegel am 11. Mai 2024 berichtete, fordert die Familie von Abu Dhabis Herrscher Mohamed bin Zayed Al Nahyan, zugleich Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, rund 250 Millionen Euro von Benko zurück. Die Familie hatte Benko noch im Sommer 2023 Geld geliehen und betont, dass es ihr nicht nur ums Geld, sondern auch um die Ehre geht. Dies könnte für Benko weitere Sicherheitsvorkehrungen notwendig machen, da die Familie angeblich eine „Armada an Leuten“ ausgeschickt hat, um das Geld aufzuspüren.

Auch steuerlich steht Benko unter Druck. Die österreichischen Steuerbehörden haben Maßnahmen gegen ihn eingeleitet, um offene Steuerschulden einzutreiben. Dies umfasst unter anderem die Rückforderung von Steuern, die durch Abschreibungen auf einen von Benko privat genutzten Jet entstanden sind. Diese wurden kürzlich als unzulässig erklärt, was zu zusätzlichen finanziellen Belastungen führt​​.

Die Situation von René Benko und seiner Signa Holding ist somit derzeit sehr angespannt. Die Kombination aus Insolvenzen, rechtlichen Ermittlungen und internationalen Forderungen stellt eine erhebliche Belastung dar, die weitreichende Auswirkungen auf sein Geschäftsimperium und die betroffenen Märkte haben könnte.

Peugeot Invest, die Investmentgesellschaft der französischen Unternehmerfamilie Peugeot, steht am Freitag, den 24. Mai 2024, während der Jahreshauptversammlung vor einer Konfrontation mit einer Gruppe verärgerter Minderheitsanleger. Laut Bloomberg hat die negative Stimmung der Aktionäre ihren Ursprung in jüngsten Fehlinvestitionen, insbesondere bei den Unternehmen Orpea und der Signa-Gruppe von René Benko.

Der Analyst Joren Van Aken erklärte gegenüber Bloomberg, dass diese Fehlinvestitionen erheblichen Unmut unter den Anlegern erzeugt haben. Die französische Unternehmerfamilie Peugeot hatte 2019 in das Signa-Imperium von René Benko investiert, dessen finanzielle Schwierigkeiten und Insolvenzanträge in den letzten Monaten Schlagzeilen gemacht haben.

Laut einem Bericht von Bloomberg aus dem November 2023 hat die Peugeot-Familie bereits 50 Prozent der ausbleibenden Dividendenzahlungen von Signa als Verluste abgeschrieben. Diese vorsichtige Herangehensweise zeigt, dass die Familie sich der Risiken und der möglichen finanziellen Verluste bewusst ist.