Nach dreijähriger Projektierung konnte der Kieler Windparkpionier Ebert Erneuerbare Energien 2018 an symbolträchtiger Stelle in Sichtweite des niedersächsischen Atomkraftwerkes Grohnde, das im Jahr 2021 abgeschaltet werden soll, den Windpark Grohnde-Kirchohsen-Emmerthal im Landkreis Hameln-Pyrmont in Betrieb nehmen. Zum 1. Juni 2020 musste die rund 1 Million schwere Firmenanleihe Winenergieanleihe Grohnde-Emmerthal I aufgelegt werden.

 

Doch die acht dänischen Windräder der Marke Vestas V136 mit einer Leistung von je 3,45 Megawatt brachten dem inhabergeführten Familienunternehmen unter Leitung von Peter Ebert (72) aus Cremlingen bei Braunschweig sowie von Rechtsanwalt und Betriebswirt Dr. jur. Tim Ebert (41) aus dem Ostseebad Zingst am Darß wohl nicht den erhofften Segen.

Zwei Räder mussten abgeschaltet werden, drei Räder wurden verkauft und ein Rad musste gar für eine frisch aufgelegte 1-Millionen-Euro-Firmenanleihe verpfändet werden – obwohl das Pfand für die Anleger dieser Windenergieanleihe Grohnde-Emmerthal I nur wenig taugt, wie wir noch sehen werden.

Zwei der acht Windräder standen seit Anfang des Jahres still.

 

Die Rotoren waren zersplittert. Im Mai 2020 rollten nun gigantische Kranwagen über Äcker und Wiesen und tauschten die Rotorblätter aus. Die defekten Blätter wurden in überlangen Schwertransporten weggefahren. Ein gewaltiger und teurer Aufwand, der für erhebliche Verwunderung bei den Anwohnern sorgte.

Besonders beunruhigt waren sie, weil der Windpark in “Wurfweite” zur Umspannstation des Kernkraftwerkes Grohnde liegt. Dessen Strom wird über die Umspannstation in das Überland-Höchstspannungsnetz eingespeist. Ein abgerissenes fünf Tonnen schweres Rotorblatt kann ohne Weiteres in das Umspannwerk fliegen – mit entsprechenden zerstörerischen Folgen.

Projektleiter Christian Nowack von der Unternehmensgruppe Ebert Erneuerbare Energien bestätigte schon früher, dass bei turnusmäßigen Kontrollen Schäden an Rotorblättern bei Anlagen in Grohnde festgestellt worden seien.

Dorfbewohner Stephan Stallmann aus Emmerthal wandte sich Anfang Januar 2020 an den Landkreis und forderte die Stillegung aller 8 Räder:

Die neuesten Entwicklungen im Windindustriegebiet Grohnde-Kirchohsen geben Grund zur Besorgnis.

Die Anlagen sind gut 1 Jahr in “Betrieb”, gedreht haben sie in dieser Zeit gerademal 3 Monate und nun sind die ersten Rotorblätter kaputt.

Der niedersächsische AfD-Landtagsabgeordnete und energie- und umweltpolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Stefan Wirtz ist erschrocken, dass “nach nur einem Jahr Laufzeit fehlende großformatige Teilstücke und aufgelöste Verklebungen” auftreten, schreibt Autor Holger Douglas am 18. Mai 2020 auf Tychyseinblick.de.

Die Antwort des niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz birgt erheblichen Sprengstoff:

Eine unbeabsichtigte Öffnung der hinteren Flügelkanten ist immer auf eine Überlastung der Verklebung zurückzuführen…

Der Betrieb der Anlagen hat die Überlastung der verklebten Fuge zwischen zwei Flügelteilen sicherlich befördert. Inwieweit er ursächlich war, kann nicht beurteilt werden.

Damit sei ein Überlastungsschaden laut Stefan Wirtz “indirekt eingestanden worden.”

Aus Sicht von Stefan Wirtz drohen erhebliche Konsequenzen:

Nach meiner Einschätzung besteht damit eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Teile diese Baureihe oder die kompletten Anlagen dieses Typs für die auftretenden Beanspruchungen grundsätzlich nicht geeignet sind. Dies hätte Konsequenzen für deren Genehmigungsfähigkeit, auch an anderen Standorten.

Währenddessen wirbt Dr. Tim Ebert als geschäftsführender Gesellschafter der Ebert erneuerbare Energien Unternehmensgruppe aus Kiel gerade noch um Anlegeranleihen für den Windpark Grohnde.

Der Mindestbetrag für die Windenergieanleihe Grohnde-Emmerthal I liegt bei 10.000 Euro. Ein Agio wird nicht erhoben. Die unkündbare Laufzeit geht vom 1. Juni 2020 bis zum 31. Dezember 2038. Die Jahreszinsen sind gestaffelt: Ab 2020 4,5 Prozent, ab Januar 2030 5 Prozent und ab Januar 2035 6 Prozent.

Im Wertpapier-Informationsblatt vom 4. Mai 2020 ist allerdings nichts von Stillständen, Reparaturen und Klageverfahren gegen die Anlagen zu lesen.

Eine Klage eines Anwohners läuft derzeit aufgrund zu hoher Lärmbelästigung der sehr lauten Windräder.

In der Anlegerbroschüre vom 4. Mai 2020 heißt es zum Lärm lediglich: