Anlegerschutzanwälte26. August 2014 | 15:03 | Lesedauer ca. 10 min | Autor: GoMoPa-Redakteur AJ

Wie Anlegerschutzanwälte ihre Mandanten bluten lassen


Mehrere Tausend Rechtsanwaltskanzleien und ihre Anlegerschutzanwälte in Deutschland haben sich auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert. Sie haben wohlklingende Namen, wie Sommerberg oder Wirtschaftsrat Recht Bremer & Heller. Haupttätigkeitsfeld sind Klagen gegen Emittenten und Vermittler atypischer Beteiligungen, geschlossener Fonds und Anbietern von Sachwertinvestments. Auf der Jagd nach Mandanten strapazieren einige Kanzleien die Grenzen des Rechts – zum Schaden ihrer Mandanten.

 

Anlegerschutzanwälte gehören bei Emittenten und Vermittlern von geschlossenen Beteiligungen zu einer extrem unbeliebten Spezies. Waren es Anfang der 2000er Jahre noch drei Anwälte in Deutschland, die sich mit der Rückabwicklung von Kapitalanlagen beschäftigten, sind es mittlerweile “mindestens 3.000 Kanzleien, mit vielleicht sogar 30.000 Anwälten”, schätzt Rechtsanwalt Jens Graf aus Düsseldorf.

Geraten Fondsanbieter oder Emittenten in die Schieflage überziehen die spezialisierten Kanzleien teils Hunderte Vermittler sowie die Emissionshäuser mit jahrelangen und kostenintensiven Klagen auf Rückabwicklung der Kapitalanlagen und Schadensersatz. Nicht immer zum Nutzen ihrer Mandanten, dafür immer zum Schaden der Gesellschaften und allen anderen Anlegern, bemängeln Kritiker.

Damit sich derartige Klagen lohnen, versuchen die Anlegerschutzanwälte möglichst viele Mandanten zu gewinnen, damit sich der Aufwand für Recherche und Erstellung von Klageschriften möglichst rentabel verwerten lässt. Steht die Argumentationslinie ist der Aufwand bei späteren Prozessen extrem überschaubar, während die Gebühren der Mandanten gesetzlich geregelt sind. Entsprechend lukrativ sind die Bildung von so genannten Interessensgemeinschaften und die Bündelung von Mandanteninteressen in einer Art Sammelklage-Pool.

Anlegerschutzanwälte gelten als sehr PR-affin.

 

In keinem anderen Rechtsgebiet ist die mediale Präsenz im Verhältnis zur Anzahl der Anwälte und Fälle derart hoch, wie im Segment des Bank- und Kapitalmarktrechts. Beispielsweise gibt es auf der Webseite anwalt.de, auf der sich Rechtsanwälte als Blogger austoben können, aktuell mehr als 7.000 Artikel rund um das Thema “Bankrecht & Kapitalmarktrecht”. Zum Vergleich: Die großen Rechtsgebiete Arbeitsrecht, Familienrecht und Mietrecht kommen zusammen in etwa auf dieselbe Anzahl an Blogbeiträgen.

Jede größere Kanzlei im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht betreibt zudem eine eigene Webseite mit den Rubriken “Aktuelle Fälle” oder “News”, in denen die eigene Arbeit meist ausführlich medial aufgearbeitet wird. Und auch das Betreiben von eigenen Blogs sowie die Verbreitung der Beiträge über Presseschleudern und offene Portale forcieren die Kanzleien.

Wer sich besonders clever vermarktet oder das nötige Kleingeld mitbringt, schafft es sogar soweit, dass er eine Empfehlungen der Wirtschaftswoche erhält. Zu den Kosten für die Werbung im redaktionellen Teil der Wirtschaftswoche in der Rubrik “Die besten Anwälte für Anlagerecht” möchten sich die empfohlenen und von GoMoPa.net befragten Juristen nicht äußern.

Einige Anwälte setzen verstärkt auf Google-Werbung.

 




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