Am 1. Dezember 2020 startete die bayerische Wertimmobilien Deutschland Gruppe WIDe, ein Nischeninvestor in B-Lagen aus Ebermannstadt, den Vertrieb für ihren WIDe Fonds 9. Der geschäftsführerende Mehrheits-Gesellschafter Dieter Lahner (58, ein gelernter Bankkaufmann) will bis Ende 2022 mindestens 15,7 Millionen Euro Kommandit-Beteiligungen verkaufen, die Summe kann bis 50 Millionen Euro aufgestockt werden.

 

Anleger können ab 10.000 Euro plus 5 Prozent Agio einsteigen.

Die WIDe Fonds 9 GESCHLOSSENE INVESTMENT GMBH & CO. KG will mittelbar über eine oder mehrere Objektgesellschaften in deutsche Wohnimmobilien, teilweise in Gewerbeimmobilien investieren. Aus den laufenden Einnahmen winken den Anlegern zunächst 3, später in den Jahren 2029 und 2030 gar 5 Prozent Ausschüttungen im Jahr.

Bis jetzt ist ja alles glatt gegangen bei der vor 10 Jahren gegründeten Immobilienfonds-Anbieterin WIDe Wertimmobilien Deutschland Gruppe. Die ersten sechs WIDe-Fonds und drei für Dritte verwaltete Immobiliengesellschaften konnten inzwischen erfoglreich aufgelöst werden.

 

Das oberfränkische WIDe-Management unter Leitung von Vater Lahner und seinen beiden Söhnen und Minderheitsgesellschaftern Christoph (29) und Johannes Lahner (27) galt bislang als ein örtlich gut vernetzter “Problemlöser” (unter anderem im Raum Nürnberg, Dresden, Leipzig, Zwickau, Plauen, Chemnitz), wie der Hamburger Analyst Stephan Appel in seiner Check-Analyse vom November 2020 einschätzt.

Eine diskrete Abwicklung für Immobilien aus Sondersituationen gehört zur Deal-Compliance mit den Banken. Den Zugang zu diesen Immobilienobjekten hat nur ein Personenkreis, der eine professionelle, schnelle und diskrete Abwicklung von “Problemimmobilien” garantieren kann. Bevor interessante Immobilienpakete aus Bankverwertungen auf den Markt kommen, werden sie vertrauten, verlässlichen Immobilienpartnern ohne öffentliche Ausschreibungen als Übernahmeangebot offeriert (diskret, um Imageschaden für die Banken zu vermeiden).

SHEDLIN: Immobilien-Wüstenfonds endeten in der Insolvenz

 

Doch für die beiden seit 2017 aufgelegten WIDe Fonds 7 und 8 sowie den neuen WIDe Fonds 9 holte sich die WIDe Gruppe im Mai 2017 ausgerechnet den Ex-SHEDLIN-Fondsmanager Simon Piepereit (41) als neuen Fonds-Konzeptionär und als Chef der hauseigenen Kapitalverwaltung sowie Fondskomplementärin ins bayerische Familienunternehmen nach Ebermannstadt und machte so den Bock zum Gärtner.

Und schon sieht es bei den WIDe-Fonds gar nicht mehr gut aus.

Beim direkten Vorgänger des aktuellen Angebots WIDe Fonds 8 aus dem Jahr 2018 haben Kommanditisten (Anleger) 8,7 Millionen Euro an Eigenkapital eingezahlt.

Der unter Piepereit gemanagte WIDE Fonds 8 besitzt 23 Häuser in Plauen sowie 3 Häuser in Dresden mit insgesamt 315 Wohnungen und 4 Gewerbeeinheiten. Der Fonds schloss das Geschäftsjahr 2019 mit einem Ergebnis von minus rund 3 Millionen Euro ab.

Der 2017 aufgelegten WIDE Fonds 7 schloss das Geschäfsjahr 2019 ebenfalls unter Piepereit-Management mit einem Minus von rund -1,3 Millionen Euro ab. Hier liegen rund 24 Millionen Euro Kommanditeigenkapital im Feuer.

Denn Diplombetriebswirt Simon Piepereit aus dem bayerischen Heroldsberg war bis Ende Februar 2014 Geschäftsführer der berühmtberüchtigten SHEDLIN Fondsmanagement GmbH aus Nürnberg, die sich wohl aus gutem Grund einen neuen Namen zugelegt hat: NELESA Vertriebsservice GmbH: