Die vorbörsliche Aktien-Verkaufsmaschine läuft und läuft auf Hochtouren.

 

Doch der CEO und Hauptaktionär (31,4 Prozent) Peter Krempin (51, rechts im blauen Anzug) der 2009 gegründeten Schweizer Terraoil Swiss AG aus Zug, die 2010 in Albanien ein Erdölfeld gekauft haben will, ist bis heute einen Nachweis darüber schuldig geblieben, dass die Firma tatsächlich Öl fördert.

Auf mehrfache Pressenachfragen reagierte er nicht.

Das Schweizer SRF-Magazin Kassensturz spricht am 15. Juni 2021 gar von einem “Terraoil-Schwindel” und einem “Debakel für die Aktionäre”.

Der frühere Finanzdienstleister Peter Krempin aus Steiningen in der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz ludt noch im Jahr 2019 potentielle Anleger zu einem Lunch-Event nach Zürich ein, um ihnen eine 14 Millionen Euro schwere Anleihe schmackhaft zu machen, die sie zeichnen sollten.

Insgesamt haben Anleger bis heute etwa 70 Millionen Euro auf das Konto bei der Credit Suise in Zürich oder der Liechtensteiner Landesbank überwiesen. Die haben sich nach Recherchen von Kassensturz-Redakteur Peter Basler offenbar in Luft aufgelöst. Der bilanzierte Jahresabschluss 2019 wies bereits einen kummulierten Verlustvortrag aus den Vorjahren von rund minus 40 Millionen US-Dollar (rund 34 Millionen Euro) auf.

Dem auf Wirtschaftsrecht spezialisiertem Anwalt Hans Hofstetter ist aufgefallen, dass frisch eingezahltes Geld innerhalb von 24 Stunden vom Schweizer Firmenkonto wieder verschwand, wie zahlreiche Kontoauszüge belegen.

 

Hofstetter:

Was natürlich schon auffällig ist, ist die Regelmässigkeit, dass die Investoren-Beträge eigentlich in ihrer Gesamtheit am nächsten Tag schon wieder transfertiert werden.

Das korreliert ja nicht unbedingt mit dem Kapitalbedarf einer operativ tätigen Gesellschaft. Das fällt hier schon ins Auge.

Beispiel: Am 4. März bezahlte ein Investor 577.000 Franken (485.000 Euro) für Aktien. Noch am selben Tag wurder das Geld zur Tochtergesellschaft nach Tirana überwiesen. Vermutung: Das meiste Geld floss gar nicht in die Ölförderung, sondern verschwand in undurchsichtigen Firmengeflechten.

Ist denn das keinem Verantwortlichen aufgefallen?

Ex-Verwaltungsrat Walter Hediger (war von Anfang an dabei und trat 2016 entnervt zurück) sagt, er habe sich auf die Revisionsstelle Ernst & Young und die Sorgfaltspflicht (Geldwäscheverdacht) der Hausbank Credit Suisse in Zürich und der Liechtensteinischen Landesbank verlassen.

Die schlugen keinen Alarm. Warum? Keine Stellungnahme aus Datenschutzgründen.

Auch mutmassliches Schwarzgeld willkommen?