Es war ein Abenteuer in Brasilien auf das sich die Anleger des Hamburger Emissionshauses MPC Bioenergie Brasilien GmbH & Co. KG eingelassen haben. Das Projekt (MPC Bioenergie Brasilien Fonds) ist gescheitert und soll jetzt über ein Darlehen der Muttergesellschaft vor dem Totalverlust gerettet werden. Kann das Rettungsmanöver glücken?

 

Die Hiobsbotschaft wurde mit dem Anlegerschreiben vom 7. November 2014 publik gemacht. Das Fondsmanagement der MPC Bioenergie Brasilien GmbH & Co. KG, Aldert Lobik (42) aus Hamburg und Peter Metzger (46) aus Reinfeld, teilte den erschrockenen Anlegern mit, dass ihr Investment die versprochenen zehn Prozent Rendite nicht einspielen wird. Vielmehr drohen den Anlegern erhebliche Verluste auf das eingesetzte Kapital. Im schlimmsten Fall sogar ein Totalverlust.

 

MPC-Biomassekraftwerk in Sao Borja im Bundesstaat Rio Grande do Sul in Südbrasilien MPC-Biomassekraftwerk in Sao Borja im Bundesstaat Rio Grande do Sul in Südbrasilien

 

Ab einer Mindestzeichnungssumme von 10.000 Euro zuzüglich drei Prozent Agio (Ausgabeaufschlag) wurden seit 2009 12,6 Millionen Euro von den MPC-Vertrieblern bei Privatanlegern eingesammelt. Das angestrebte Volumen des MPC Bioenergie Brasilien Fonds lag bei knapp 27 Millionen Euro, konnte aber nie voll platziert werden.

Mit dem Anlegergeld sollte ein Biomassekraftwerk in Sao Borja im Bundesstaat Rio Grande do Sul in Südbrasilien gekauft und fertiggestellt werden.

 

Durch die Verbrennung von 96.000 Tonnen Reishülsen pro Jahr sollte das 12,3-Megawatt Kraftwerk Strom erzeugen und für laufende Einnahmen sorgen. Zusätzliche Renditen für die Anleger sollten aus dem CO2-Handel und dem Verkauf der Reishülsenasche erzielt werden, so der Plan des Fondsmanagements.

Doch die geplante Fertigstellung des Kraftwerks im Jahr 2010 konnte nicht fristgerecht abgeschlossen werden. Die mit der schlüsselfertigen Lieferung beauftragte CCC Machinery GmbH, die wie die Fondsgesellschaft zur MPC-Gruppe gehört und das Projekt gemeinsam mit dem französischen Konzern Avera realisieren sollte, war nicht in der Lage zur fristgerechten Fertigstellung des Kraftwerks. Mit knapp zwei Jahren Verzögerung ging das Kraftwerk 2012 schlussendlich doch noch ans Netz.

Doch auch nach Fertigstellung des brasilianischen Kraftwerks hatte MPC kein Glück. Die Anlage erzielte in den ersten Monaten nicht die gewünschten Erträge und musste für Wartungsarbeiten im März und April 2014 erneut vom Netz genommen werden.

Derzeit streiten sich MPC und Areva vor einem Schiedsgericht, wegen der “Schlechtleistung von Areva”.

Aktuell ist der Brasilien-Fonds in finanzieller Notlage.