Rene Benko Miete1. November 2022 | 17:55 | Lesedauer ca. 4 min | Autor: Daniel Heestermann

Rene Benko: Erst vierfache Miete von Karstadt kassieren, dann Rettungsschirm


Rene Benko und die Miete. Erst habe der Hausbesitzer Benko die Miete an Karstadt vervierfacht und schickt nun als Inhaber der Kette die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH unter den Rettungsschirm.

Rene Benko aus Innsbruck in Tirol im Januar 2021© Stephan Pick / SIGNA Holding / CC-BY-SA 4.0

Der Österreicher René Benko (45, Foto © Stephan Pick / SIGNA Holding / CC-BY-SA 4.0) aus Innsbruck ist nicht nur Inhaber der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof GmbH aus Essen. Er ist zugleich auch ihr Vermieter.

Das Kuriosum: Benko soll den Warenhäusern völlig marktfremd die Miete mindestens vervierfacht haben und schickt nun die so abgemolkene Galeria Karstadt Kaufhof GmbH aus Essen auch noch unter einen deutschen Rettungsschirm.

Rene Benko sucht für seine Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof GmbH schon wieder Rettung in einem Schutzschirmverfahren – zum zweiten Mal in weniger als zwei Jahren. Mehr als 40 der 131 Kaufhäuser in 97 deutschen Städten sollen laut Galeria-Chef Miguel Müllenbach (46) aus Wermelskirchen geschlossen werden.

Ein Gewerbe-Immobilien-Insider kommentierte das gegenüber GoMoPa: „Was ich bei der ganzen Nummer nicht verstehe: Warum beschwert sich niemand, wieviel Miete die aktuellen 131 Karstadt-Häuser eigentlich pro Jahr bezahlen?“

Rene Benko Miete mindestens vervierfacht

 

Der Insider erläutert: „Die Mieten hat Benko nicht nur verdoppelt, sondern mindestens vervierfacht. Die vergleichbaren Vermieter haben in derselben Zeit die Miete marktbedingt halbiert.“

Das Ergebnis, so der Insider: „Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH hat in den letzten Jahren Hunderte Millionen Miete zu viel gezahlt, auch Steuergelder. Alles in die Taschen von Benko und seinen Investoren. Und alle schauen blöde zu.“

Der Insider nimmt in Sachen Benko kein Blatt vor den Mund: „Der Typ hat ein angebliches Vermögen von 5,5 Milliarden Euro und zahlt wieder nichts in die Kasse. Der wird immer reicher und bescheißt alle.“

Die Prognose des Insiders: „Am Ende werden wieder 3.000 bis 4.000 Mitarbeiter gehen müssen. Weitere 40 Warenhäuser werden geschlossen. Natürlich nicht seine Häuser, die als Vermieter fungieren. Die bleiben natürlich offen.“

Die Dummen sind Benkos Investoren

 

Der Insider plaudert aus dem Nähkästchen: „Die Investoren, denen er die Investments zu wahnsinnigen Preisen angedreht hat, sind jetzt die Dummen. Am Ende wird die Galeria Karstadt Kaufhof-Gruppe saniert… Alles wird schön renoviert nach dem Vorbild von Kaufhof in Frankfurt. Und ab 2024 zieht Benko schön die Mieten hoch um 20 bis 30 Prozent wie beim letzten Mal.

Danach werden die letzten Häuser an Superreiche verkauft (super Dumme).”

Wie endet das Ganze?

 

Der Insider: „Als letztes zieht er einen Käufer für die sanierte Gruppe im Jahr 2025 aus dem Zauberhut, damit alles weit genug von ihm entfernt ist.

Und im Jahr 2026/2027 ist dann endgültig aus mit der ganzen Rene Benko Show.“

Noch läuft die Rene Benko Show mit der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH

Erst am 13. Oktober 2022 eröffnete Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ihre neue Filiale in der Gorkistraße im Tegel Center in Berlin © Investor

Erst am 13. Oktober 2022 hatte die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ihre neue Filiale in der Gorkistraße im Tegel Center in Berlin eröffnet (Foto © Investor).

Das am 31. Oktober 2022 am Amtsgericht Essen beantragte Schutzschirmverfahren ist mit großem Abstand die größten Handelspleite des Jahres in Deutschland. Maßstab ist der letzte Jahresumsatz der Handelssparte des Warenhaus-Konzerns, der 2021 bei 1,85 Milliarden Euro gelegen hat. Nun übernimmt der gerichtlich bestellte Sachverwalter Jurist Frank Kebekus aus Düsseldorf die Aufsicht über die Rettung, während die Unternehmensführung die Kontrolle behält, aber von dem externen Sanierungsexperten Arndt Geiwitz beraten wird.

Ver.di-Bundesvorstandsvorsitzende Stefanie Nutzenberger sagte der Tagesschau: “Unsere Kolleginnen und Kollegen in den 131 Warenhäusern fragen sich, wo der Eigentümer ist in dieser existenziell höchst bedrohlichen Situation für 17.400 Menschen und ihre Familien.“

Noch Mitte Oktober 2022  hatte die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH mit der Bundesregierung über weitere Staatshilfen in Höhe von 238 Millionen Euro verhandelt.

Für einen weiteren Staatskredit müsste Gesellschafter René Benko aus beihilferechtlichen Gründen aber selbst 50 Prozent der Kreditsumme beisteuern. Er war laut Business Insider aus Berlin aber bisher nur bereit, 15 Prozent zu zahlen – trotz eines bislang nicht bekannten Jahresüberschusses der Dachgesellschaft Signa Holding GmbH aus Innsbruck von 570 Millionen Euro in 2021.

Weder die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH noch Signa haben auf eine Bitte um Stellungnahme bislang reagiert. Das Bundesfinanzministerium bestätigte, dass die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH den deutschen staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF um weitere finanzielle Unterstützung gebeten hatte.

Goldenes-Quartier, Louis Vuitton, Tuchlauben 3-7, 1010 Wien © Wikimedia Common CCBY-SA 3.0 at Friedrich Böhringer

René Benko ist außerdem zum Gejagten der Wiener Korruptionsbehörde geworden. Benkos Büros wurden kürzlich gefilzt, wie GoMoPa berichtete. Es ging um vorgeworfene Steuer-Bestechung für das Luxuskaufhaus Goldenes Quartier in Wien (Foto © Wikimedia Common CCBY-SA 3.0 at Friedrich Böhringer) und für einen Privatjet (Dienst- oder Privatreisen).

Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin will nun die Risiken jener Geldhäuser einsehen, die ihn fianzieren. Die Geldhäuser, die Benkos Signa-Gruppe finanzierten, müssten ihre Ausstände offenlegen, so das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am 1. November 2022.

Der Insider: „Keinem ist das mit den Mietern der Warenhäuser bis jetzt aufgefallen.“ Nun denn… (Daniel Heestermann)

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