Vigier Holding AG23. November 2020 | 15:14 | Lesedauer ca. 4 min | Autor: GoMoPa-Redakteur JS

Razzia bei Schweizer Baustoffkonzern: Ist die Vigier Holding AG am Forellen-Tod im Blausee schuld?


Die Erhaltung des Lebensraumes ist für uns Verpflichtung. Das verspricht der Schweizer Baustoffkonzern Vigier Holding AG aus Luterbach auf seiner Homepage Vigier-Beton.ch.

 

Dennoch rückte die Berner Staatsanwaltschaft am 13. November 2020 bei seiner Tochterfirma SHB Steinbruch und Hartschotterwerk Blausee-Mitholz AG (shb-naturstein.ch) im Steinbruch Blausee-Mitholz im Berner Oberland zu einer Razzia an.

Der Vigier-Steinbruch liegt 1,5 Kilometer über dem Blausee in einem Naturpark mit Bio-Fischzucht, der dort im Spa-Hotel auch frisch serviert wird.

Doch seit 2018 gibt es ein mysteriöses Fischsterben. Plötzlich war der Blausee nicht mehr blau. Sondern trüb und brackig.

Stefan Linder von der Blausee AG sagte im Schweizer Fernsehen:

Das war ein gewaltiger Schock, den See so zu sehen.

Der Blausee ist beliebtes Ausflugsziel im Berner Oberland. Die Oase der Ruhe mit See, Wellnesshotel und Forellenzucht lockt jährlich tausende Besucher an. Aus der Oase der Ruhe ist jedoch in den vergangenen Jahren eine Stätte des Todes geworden.

In der dortigen Fischzuchtanlage starben Tausende Forellen. Insgesamt 40 Tonnen Zucht-Regenbogen- und Lachsforellen im Wert von 2 Millionen Franken (1,85 Millionen Euro).

Bestandestierarzt Ralph Knüsel betreut die Zucht im Blausee schon seit Jahren, wie er im September 2020 auf einer Pressekonferenz der Blausee AG erläuterte. Die Fische hätten abgespreizte Kiemen gehabt, starke Atemnot, trotz eingeleiteter Gegenmassnahmen seien viele in der Folge gestorben. Sie hätten viele Fische untersucht, bei welchen eine Vergiftung nachgewiesen werden konnte.

Schuld daran soll laut den Fischzüchtern ein mit Giftstoffen belasteter Altschotter sein, der aus dem Lötschberg-Bahntunnel stammen soll, dessen Schotter seit 2018 bis geplant 2023 von der kommunalen BLS AG Lötschbergbahn ausgetauscht wird.

Videos, die dem Schweizer Fernsehmagazin SRF Rundschau zugespielt wurden, zeigen, wie der Lötschberg-Bahnschotter angeliefert, bearbeitet und zum Teil über dem Grubenrand geschüttet wurde.

Normalerweise muss Bahnaltschotter in einem geschlossenen Kreislauf gewaschen werden. Altschotter ist häufig mit Schwermetallen und Giftstoffen aus den Eisenbahnschwellen belastet.

Die Blausee AG hat am 24. Juli 2020 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Region Oberland gegen unbekannte Täterschaft eingereicht.

Wie die Blausee AG auf der Pressekonferenz vom 17. September 2020 erklärte, sei praktisch bis zu jener Zeit jede Nacht Sondermüll auf den Steinbruch gefahren worden. Linder zeigte auf der Pressekonferenz Aufnahmen einer Überwachungskamera, auf denen Bagger den Schotter abladen.

So würden immer noch belasteter Schotter und alte Schwellen auf einem schlecht entwässerten Platz zwischengelagert. Das sei unzulässig.

Linder:

Der Schotter gilt als das gefährlichste Umweltgift.

Der Chef des Amtes für Wasser und Abfall Bern, Jacques Ganguin, bestätigte dem SRF:

Im Steinbruch Mitholz sind rund tausend Tonnen Schottermaterial illegal deponiert worden.

So eine Deponierung sieht die Überbauungsordung im Steinbruch jedoch nicht vor.

Ganguin betont, dass der Altschotter gemäss bewilligtem Entsorgungskonzept in spezielle Waschanlagen gehört hätte.

Doch, so Ganguin:

Die Firmen haben es dann aber anders gemacht.

Der Verwaltungsratspräsident SHB Steinbruch Mitholz AG, Marcel Rychen, räumte ein, dass bei der Entsorgung nicht alles korrekt abgelaufen sei:




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