Die bayerische Leonidas Management GmbH von Diplom-Betriebswirtin Antje Grieseler (50) aus Eckental hat dem Emissionshaus Leonidas Associates AG aus Kalchreuth einfach vor zwei Monaten dessen Anlegerverwaltung aufgekündigt, um diese sofort selbst zu übernehmen, wie sie den Anlegern am 12. November 2020 in einer Rund-Mail mitteilte.

 

Das auf diese Weise einfach kalt gestellte Emissionshaus (keine Anleger mehr) hatte bis vor kurzem Antje Grieseler selbst zur Hälfte gehört, die andere Hälfte gehört dem Schweizer Leonidas-Treuhänder Max-Robert Hug (45) aus Tägerwilen.

Schon im Februar 2019 trat Antje Grieseler aus dem Vorstand aus. Vor einem Jahr hat sie ihre Anteile komplett verkauft.

Dem bayerischen Journalisten Stefan Loipfinger von InvestmentCheck.de aus Rosenheim teilte sie auf Anfrage mit:

 

Zur Leonidas Associates AG bestünden “keine geschäftlichen Verbindungen mehr”.

Ihre Anteile habe sie “an einen unbeteiligten Dritten verkauft”.

So fremd ist der Käufer dann doch wieder nicht.

Die Anteile wurden an eine bayerische ACANTA Grundbesitzgesellschaft mbH aus Herzogenaurach verkauft. Alleiniger Besitzer ist Thilo Hauck (47) aus Jena in Thüringen.

Hauck ist kein unbekannter Dritter. Antje Grieseler ist zu einem Drittel an seiner Beteiligungsgesellschaft Hauck Holding GmbH in Jena beteiligt, die sie mit ihm vor drei Jahren gegründet hat.

In die 16 Leonidas Associates Fonds haben seit 2012 7.000 Anleger rund 160 Millionen Euro Eigenkapital investiert. Leonidas managt derzeit 37 Solaranlagen und 12 Windparks. Ein Schwerpunkt bilden Windparks in Frankreich.

Unterstellt man die übliche Gebühr von 1 Prozent für die Verwaltung, geht es hier um 1,6 Millionen Euro jährlich, die die Fondsgesellschaften zahlen müssen, und zwar erfolgsunabhängig.

Doch Antje Grieseler geht es nicht nur um das Geld.

Es geht wohl auch um die Kunden und die Macht, ihre Beschlüsse beeinflussen zu können – ohne die lästige Kontrolle eines Aufsichtsrats.

Im Sommer diesen Jahres berichtete GoMoPa über “dramatische Ausschüttungslücken“.

Zuletzt sollten Windparks der Fonds in Frankreich zum Schnäppchenpreis und mit bis zu 40 Prozent Verlust verkauft werden – ohne Bieterverfahren, ohne Wertgutachten durch die Fondsmanagerin Antje Grieseler, wie GoMoPa ebenfalls berichtete.

Mit der Kontrolle durch die Leonidas Associates AG machte Antje Grieseler nun Schluß: