Nachdem die Schweizer Finanzmarkt-Aufsicht Finma 2014 sein Sales-and-Lease-back-Geschäft mit Bergolivenbäumen im spanischen Andalusien als illegales Schneeballsystem (Originalton von Finma-Sprecher Tobias Lux gegenüber GoMoPa) einschätzte und wegen einer fehlenden Banklizenz rückabwickelte, startete der in Basel in der Schweiz lebende einstige Münchner Immobilieninvestor Thomas Lommel (56) dasselbe Geschäftsmodell in Berlin und Düsseldorf neu.

 

In der Schweiz hatte Lommel mit der in Konkurs gegangenen Oliveda Switzerland AG aus Basel zwischen Februar 2013 und Mai 2015 5,3 Millionen Schweizer Franken (4,98 Millionen Euro) von 300 Investoren eingesammelt.

In Deutschland verkaufte er schließlich nach eigenen Angaben bis heute mehr als 30.000 Bergolivenbäume im Zehnerpack samt dem Grund und Boden zum Preis von 7.900 Euro pro Zehnerpack und pachtete sie für 10 Jahre zurück. Den Investoren sollte eine Rendite von 9 Prozent im Jahr winken.

Verdienen wollte Lommel die an die Anleger zu zahlende Pacht aus der Ernte von Olivenblättern, die man vor Lommel in Spanien den Schweinen zum Fraß vorgeworfen hatte oder einfach verbrannte, wie er Investoren beim Besuch in Spanien erzählte.

Lommel stellt aus dem Zellsaft der Blätter Kosmetik her. Sein Verkaufmotto: “10 Jahre jünger in 14 Tagen”. Außerdem verbindet er seit 2015 übers Internet und mit Hilfe von Transmitterarmbändern seine Kunden homöopatisch und in Echtzeit mit einzelnen Bergolivenbäumen in Spanien zum Stressabbau. Er nennt die Käufer Olive Tree People.

Jedoch kam Lommel mit der Pacht für das Jahr 2016 ins Stottern, wie Betroffene aus Baden-Württemberg gegenüber GoMoPa berichteten. Anstelle der Pacht bot Lommel den betroffenen Landkäufern Aktien seines im Jahr 2003 gegründeten US-Unternehmens Oliveda International Inc. aus dem Bay Club Santa Monica in Kalifornien
an. Mit diesen vorbörslichen Aktien wollte er den Olivenhain-Käufern die Pacht von jeweils 780 Euro pro Jahr sogar gleich für fünf Jahre im voraus bezahlen.

Den Privatanlegern wurde vorgeschlagen, bis zum 1. Mai 2017 ihre Anteile an dem Pachtland in Spanien auf die Olive Tree Invest S.L. (Marbella, Spanien) zu übertragen und im Gegenzug für die Höhe des ursprünglichen Kaufpreises Aktien der Oliveda International Inc. zu erhalten.

Lommel kündigte für die Oliveda International Inc. für 2020 einen Börsengang an.

Dieser erste Börsen-Versuch scheiterte wohl vor allem daran, dass nach der Schweizer Finma nun auch die deutsche Finanzmarktaufsicht BaFin im Januar 2018 die Rückabwicklung aller Olivenhain-Kaufverträge anordnete und im Oktober 2018 eine Bezahlung mit Aktien der Oliveda International Inc. für ungültig erklärte.

Doch wie will Lommel nun den Investoren die 3.000 Haine mit jeweils 10 Bäumen zum damaligen Preis von jeweils 7.900 Euro, also insgesamt für 23,7 Millionen Euro zurückkaufen? Hinzu kommt ja noch die jährliche Pacht pro Jahr von 780 Euro pro Hain, also insgesamt pro Jahr von 2,34 Millionen Euro.

Lommels Ausweg: Er wirft neue vorbörsliche Aktien auf den Markt und will diese mit einer medizinischen Sensation pushen.

Lommel kündigte an, er werde aus dem Saft der Olivenblätter ein Antibiotika herstellen, gegen das die Keime noch nicht resistent sind.

Lommel ließ in einer Pressemitteilung seiner Oliveda International Inc. am 30. März 2020 großspurig verkünden: