Der Bonus als Olaf Scholz-Neffen hat am Ende nichts genützt: Jakob (28, links) und Fabian (32, mitte) Scholz aus Hamburg, die Neffen von Bundeskanzler Olaf Scholz (64, rechts, SPD, der Ex-Hamburger wohnt zur Miete in Potsdam), sind mit ihrem Krypto-Startup Rubarb GmbH aus der Hamburger Altstadt gescheitert. Schützenhilfe vom Onkel gab es nicht.

Olaf Scholz (rechts) und seine Neffen Jakob (links) und Fabian Scholz aus Hamburg © Rubarb.app und Twitter Bundeskanzler

Allerdings: „Ihre Verwandtschaft mit dem SPD-Politiker hatten die beiden Gründer zuvor immer wieder zu Marketingzwecken eingesetzt“, schrieb der Business Insider der Axel Springer SE aus Berlin Kreuzberg am 1. August 2022.

Als Ursache für die Pleite (vorläufige Insolvenz seit 7. Juli 2022 am Amtsgericht Hamburg, Aktenzeichen 67g IN 137/22) nennt das Unternehmen eine geplatzte Finanzierungszusage. Auf Schützenhilfe von ihrem prominenten Onkel können die Olaf Scholz-Neffen wohl auch künftig nicht hoffen.

Obwohl sie ihre Pläne mit Onkel Olaf besprochen hatten, wie die Neffen im April 2021 dem Magazin DerWesten der FUNKE Digital GmbH aus der Berliner Friedrichstraße verrieten.

Fabian Scholz: „Er hat uns letztes Jahr in Hamburg besucht und uns gratuliert. Er findet es spannend und blickt wohlwollend darauf, findet es auch gut, dass wir mitten in der Corona-Pandemie ein Unternehmen gegründet haben.“

Die Rubarb.app-Gruender von links nach rechts: Jakob und Fabian Scholz sowie Kelvin Craig © rubarb tweet auf Twitter.com vom 10. November 2021

Während Scholz (Foto unten beim Telefonat mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin am 13. September 2022) in seiner Amtszeit als Bundesfinanzminister (2018-2021) in einem BILD-TALK vor drei Jahren am 15. September 2019 verkündete, dass er sein ganzes Geld privat trotz Minizinsen auf dem Sparbuch hat – wie übrigens jeder zweite Deutsche -, wie Business Leaders berichtete, gründeten seine Hamburger Neffen Jakob (links, ein ehemaliger Investmentbanker) und Fabian Scholz (mitte) zusammen mit dem Hamburger Internettechniker Kelvin Craig (46, rechts) im November 2019 das Krypto-Startup Rubard GmbH.

Dass Olaf Scholz Sparbuch-Verfechter ist, könne sein Neffe Fabien aber noch immer nicht nachvollziehen. Er sagte dem Magazin DerWesten: „Das muss jeder für sich persönlich entscheiden. Wir haben ohnehin ein harmonisches Verhältnis zu ihm und sind da ganz offen zueinander.“

Bundeskanzler Olaf Scholz beim Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 13. September 2022 © Bundeskanzler Tweet auf Twitter.com

Die Olaf Scholz-Neffen entwickelten zunächst eine Rubard App für Kundeninvestitionen in nachhaltige ETF-Fonds (Motto: „Spare für Deine Träume“) und kündigten anfang 2022 ein Kryptotool namens Kudona für ein digitales Sparbuch auf Krypto-Blockchain-Basis an.

Zum Durchbruch eines digitalen Sparbuchs Kudona kam es nicht mehr. Die Website Kudona.com ist nach nur einem halben Jahr wieder abgeschaltet.

Fabian Scholz und das Sparbuch des Olaf Scholz-Neffen

 

Seine eigenen Erfahrungen mit einem physischen Sparbuch zuhause und einem digitalen Sparbuch in Australien schilderte Fabian Scholz im November 2021 dem Münchener Portal Payment & Banking so: „Naja, als Kinder hatten wir ein eigenes Sparbuch – also so richtig ein kleines Buch zum Anfassen – bei der Postbank. Ich glaube, wir haben zu Beginn eine Deutsche Mark Taschengeld pro Woche bekommen, später dann auch zwei und drei. Das haben wir gesammelt und den Teil, der nicht für Süßigkeitentüten oder Pokémon-Karten draufging, alle paar Wochen dort eingezahlt.

Ab dem Studium habe ich mich dann durch die verschiedenen Kontomodelle der hiesigen Banken getestet – mit häufigen Wechseln, weil ich die alle schlecht fand. Bis heute ist das beste Payment- und Banking-Produkt, das ich je hatte, in Australien (2015) gewesen. Tolle App, tolle Webapplikation, eine Kreditkarte, überall bardgeldlos bezahlen. Ich habe ein Jahr ohne Bargeld gelebt – in Deutschland bis heute unvorstellbar.“

Fabian Scholz – beste Berufsverbindungen

Seine Durchlaucht Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman der LGT Bank AG, aus Vaduz im Fürstentum Liechtenstein 2014 bei einer Pressekonferenz in Shanghai © Pressefoto LGT Bank AG

Für die Entwicklung eines digitalen Sparbuchs brachte Fabian Scholz beste Voraussetzungen mit: Er hat bereits für Seine Durchlaucht Prinz Max von und zu Liechtenstein (Foto auf einer Pressekonferenz 2014 in Shanhai), Chairman der LGT Bank AG aus Vaduz im Fürstentum Liechtenstein, gearbeitet. Die LGT Capital Partner (Irland) Ltd. aus Dublin ist über die  Crosslantic Fund II GmbH & Co. KG aus der Königsallee 48 in Düsseldorf unter Leitung des Düsseldorfer Sascha van Holt (44) größter Wirtschaftlich Berechtigter  des Hamburger IT-Personalbeschaffers für Firmen Paltron GmbH aus der Hafencity. Dort war Fabian Scholz mehr als ein Jahr von Februar 2018 bis März 2019 Mitgeschäftsführer.

Und der Gründer und Mitgeschäftsführer des IT-Personaldienstleisters Paltron GmbH, Josef Michael Günthner (34) aus Hamburg, ist mittelbar zu 2,23 Prozent im Krypto-Startup Rubarb GmbH investiert.

Also eigentlich beste Voraussetzungen, um das richtige Personal für die Entwicklung eines digitalen Sparbuches zu bekommen.