Jörn18. Februar 2014 | 16:47 | Lesedauer ca. 9 min | Autor: GoMoPa

Jörn Reinecke und Christian Angermayer: Die Paten des Grauen Kapitalmarkts


(sa) Es gibt viele dicke Fische im Grauen Kapitalmarkt. Zwei von ihnen sind echte Wale: die Hanseaten Jörn Reinecke (41) und Christian Angermayer (35) sind die Hintermänner und Strippenzieher eines Graumarkt-Imperiums, das seines Gleichen sucht. Gemeinsam kontrollieren sie ein Netzwerk mit Hunderten von Firmen.

Das Konglomerat des Grauens streckt sich über die gesamte Verwertungskette, die Finanz- und Kapitalanlageprodukte zu bieten haben. Angermayer und Reinecke kontrollieren Initiatoren, Emittenten, Vertriebe sowie Verwaltungs- und Treuhandgesellschaften. Selbst einer der größten Maklerpools der Nation gehört zu ihrer Firmenstruktur: Jung, DMS & Cie.

Erste Sodalith Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH

ConventGruppenfoto: Angermayer, Brumm, Lange, Konrad, Grabmaier

Die entscheidenden Köpfe hinter dem kaum zu durchschauenden Firmengeflecht finden sich alle in der Ersten Sodalith Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz im Grüneburger Weg 18, 60322 Frankfurt, wieder. Die Unternehmung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Namenswechseln durchgemacht.

Die Geschäftsführer der Ersten Sodalith Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH sind Sebastian Grabmaier (35), seines Zeichens Vorstand des Maklerpools Jung, DMS & Cie., welcher auch von Reinecke und Angermayer kontrolliert wird, sowie Christian Angermayer und Ralf Karl Konrad (42).

Früher firmierte das Unternehmen unter den Namen Apeiron Capital GmbH, Angermayer, Brumm & Lange GmbH und ABL Unternehmensgruppe GmbH. Die Namenswechsel lassen sich leicht mit dem schlechten Ruf des Unternehmens erklären. Angermayer, Brugg & Lange war unter anderem die Mutter des Sachwert-Emissionshauses CH2 (Containerinvestments), welches heute als Produktpartner von Jung, DMS & Cie. fungiert sowie des Diamanteninvestment-Anbieters Pretagus, ebenfalls aus dem Reinecke-Angermayer-Netzwerk.

Das Finanzkonglomerat ABL bestand einst aus mehr als 40 Gesellschaften, die hauptsächlich Produkte aus der Investmentboutique der Sylvia Quandt & Cie. AG vertrieben haben. Das Angermayer, Reinecke und Konsorten den Namen Quandt benutzen durften, lag an der jahrelangen Freundschaft zwischen Angermayer und dem Enkel von Unternehmerlegende Herbert Quandt, Golo Quandt. Ende 2012 endete die Erfolgsgeschichte der ABL Unternehmensgruppe, aber nicht die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure.

Die Anteile der Ersten Sodalith Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH sind wie folgt gestückelt:

Andreas Lange aus Frankfurt – 27,27 Prozent

Peter Brumm aus Bayreuth – 27,27 Prozent

Christian Angermayer mit Meldeadressen in Frankfurt und Wiesau – 27,27 Prozent

Ralf Karl Konrad aus Hürth – 9,09 Prozent

Sebastian Grabmaier aus Berg – 9,09 Prozent.

Die selben Figuren agieren auch bei der Aragon Aktiengesellschaft in entscheidenden Positionen.

Aragon ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen, deren Tochtergesellschaften in der Beratung und Vermittlung von Finanzanlageprodukten tätig ist. Als Vorstände der Aragon AG agieren Sebastian Grabmaier und Ralf Karl Konrad (42), die auch bei der Erste Sodalith Beteiligungsverwaltungsgesellschaft mbH die Geschäfte führen. Bis 2007 hatte Angermayer die Geschäftsführung der Aragon AG selbst inne.

Und auch die im Handelsregister registrierten Aufsichtsräte sind alte Bekannte aus dem Hause ABL und Sodalith: Peter Brumm, Andreas Lange und – als einzige neue im Bunde – Sina Leicht. Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass sich die Angaben des Handelsregisters von denen der Aragon AG unterscheiden. Auf der Aragon-Webseite werden Dr. Herbert Walter (Aufsichtsratsvorsitzender), Dr. Christian Waigel (stellvertretender Vorsitzender), Anne Connelly, Jens Harig, Emmerich Kretzenbacher und Stefan Schütze als Aufsichtsräte genannt.

Nach eigenen Angaben betreuen die diversen Aragon-Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihren 22.000 unabhängigen Finanzvermittlern, davon rund 4.500 gebundene Handelsvertreter, gemeinsam mehr als eine Millionen Kunden.

Das Geschäft der Aragon Gruppe ist stark provisionslastig. Über die integrierte Vertriebsplattform werden nach eigenen Angaben rund 12.000 Produkte aus über 1.000 Produktgesellschaften vermittelt. Der vermittelte Umsatz soll 2012 rund 2 Milliarden Euro betragen haben. Insgesamt wurden für Ende 2012 ein Volumen verwalteter Assets von rund 4 Milliarden Euro angestrebt. Wie viel des Produktsortiments aus den Händen von Reinecke und Angermayer stammt, bleibt ein Geheimnis von Aragon.

Aragon AG hat im Juli 2013 einen Management-Buyout vorgenommen.

Die Vorstandsvorsitzenden Grabmaier und Konrad halten jetzt über 45 Prozent des Aktienkapitals. Verkäufer der Beteiligung war die
Angermayer, Brumm und Lange Unternehmensgruppe GmbH (ABL Group). Reinecke ist mit seiner Holding Superior Private Equity GmbH der neueste Großaktionär von Aragon. Seine Beteiligung beläuft sich auf 10 Prozent der Aktien. Daneben halten die
AXA Lebensversicherung AG (rund 18 Prozent), die Citigroup Financial Products Inc. (circa 7 Prozent) und die Credit Suisse International ULC (circa 5 Prozent) größere Aktienpakete. Rund 15 Prozent der jetzt ausstehenden 10.849.974 Aktien befinden sich in Streubesitz. Mit dem Management-Buyout ist Aragon neues Kapital in Höhe von neun Millionen Euro zugeflossen.

Aragon ist die Muttergesellschaft des Handelshauses für geschlossene Fonds und sonstige Sachwertinvestments BIT Beteiligungs- & Investitions-Treuhand AG.

Die BIT Treuhand ist eng vernetzt mit dem skandalumwobenen Unternehmer Malte Hartwieg. Gegen den dima24-Chef Hartwieg laufen derzeit staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf den Betrieb eines illegalen Schneeballsystems. Gomopa berichtete.




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