Für 281 Studenten ist der Traum vom Einzug in ihren Wohncontainer im Studentendorf EBA 51 (Eichbuschallee 51) in Berlin Plänterwald zum Wintersemesterbeginn (7. Oktober 2019) geplatzt. Strafanzeige gegen Bastion Modulbau.

Wäre ja auch zu schön gewesen: 26 Quadratmeter, komplett möbliert mit Schreibtisch, Bett und Einbauschränken, Pantryküche, zwei Ceran-Kochfeldern, Kühlschrank, Spüle, Bad mit Dusche, Waschmaschine- und Trocknernutzung, Pauschalmiete inklusive Nebenkosten, Strom, TV-Anschluss und Highspeed-Internet von 455 Euro.

 

Die seit Ende 2016 gebauten 260 Modul-Container-Wohnungen für das Studentendorf EBA 51 (Eichbuschallee 51) in Berlin Plänterwald sind wegen Baupfuschs unbewohnbar © HOWOGE.deDie seit Ende 2016 gebauten 260 Modul-Container-Wohnungen für das Studentendorf EBA 51 (Eichbuschal ... mehrDie seit Ende 2016 gebauten 260 Modul-Container-Wohnungen für das Studentendorf EBA 51 (Eichbuschallee 51) in Berlin Plänterwald sind wegen Baupfuschs unbewohnbar © HOWOGE.de

 

Der Grund: Baupfusch! Die fast fertigen 239 Single-Apartments und 21 Doppel-Apartments (52 Quadratmeter, 910 Euro warm) können nicht bezogen werden. Im Gegenteil.

Die Auftraggeberin und Vermieterin, die kommunale HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH aus Alt-Hohenschönhausen (Ferdinand-Schulze-Straße 71), muss nun alle Container komplett entkernen.

Die acht Tonnen schweren Einheiten waren komplett
möbliert auf die Baustelle gebracht und vor Ort montiert worden. Der bislang eingetretene Schaden: 10 Millionen Euro. Der Preis für den Wiederaufbau steht noch nicht fest. Dazu läuft in Kürze eine Ausschreibung der Bauleistungen.

Denn die HOWOGE hat dem Bauträger und Projektentwickler Bastion Modulbau EBA 51 GmbH & Co. KG aus Schönefeld (Zeppelinstraße 1) und dem dazugehörigen polnischen Generalbauunternehmen LS TECH-HOMES S.A. aus Studzienice (Jaskolek 10a) gekündigt und eine Rechtsanwaltskanzlei mit einer Betrugs-Strafanzeige gegen die Verantwortlichen beauftragt.

Bei den Verantwortlichen handelt es sich um den Familien-Klan Pasieka aus Voerde (Bastion Modulbau) am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen.

Persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin) der Bastion Modulbau EBA 51 GmbH & Co. KG aus dem brandenburgischen Schönefeld ist die Bastion Modulbau EBA 51 Verwaltungs GmbH.

Sie hat ihren Sitz in Alte Hünxer Straße 176 in Voerde.

Alleiniger Eigentümer und Geschäftsführer ist Dominik Pasieka (31) aus Voerde.

Bis zu ihrem Rücktritt am 6. August 2018 war auch noch Margarethe Joanna Pasieka (59) aus Voerde Geschäftsführerin.

Handlungsbevollmächtigter (Prokurist) ist Marc Stermann (49).

Er stammt aus Duisburg und hat 2009 in der Alte Hünxer Straße 176 in Voerde die PR-Beratung Air Quad UG (haftungsbeschränkt) gegründet.

Nach Jahren der bilanziellen Überschuldung wurde sie im April 2017 von Amts wegen gelöscht. Ein Gerichtsvollzieher hatte am 20. Dezember 2016 beim geschäftsführenden Gesellschafter Stermann eine erkennbare Aussichtslosigkeit der Vollstreckung festgestellt (Aktenzeichen: 00032148805).

Laut seinem XING-Profil ist Stermann seit August 2009 bis heute Angestellter Lehrer im Neukirchner Erziehungsverein.

Marc Stermann ist laut seinem Facebook-Profil seit 2001 mit Sylvia Pasieka (43) aus Voerde liiert.

Sylvia Pasieka hat nach eigenen Angaben ehemals als Steuerfachangestellte beim Steuerbüro Andrea Volkstein in Schermbeck gearbeitet und pflegt sein 30 Jahren ihre Mutter.

Im Juni 2009 gründete Sylvia Pasieka in Alte Hünxer Straße 176 ihre eigene Firma, den Backoffice-Dienstleister Omniassist UG (haftungsbeschränkt).

Handlungsbevollmächtigter (Prokurist) ihrer Firma Omniassist ist Miroslaw Stanislaus Pasieka (57) aus Voerde.

Er ist im Branchenbuch auch als Finanzberater und Versicherungsvermittler in Alte Hünxer Straße 176 eingetragen.

Laut seinem Facebook-Profil wohnt er in Chicago. Außerdem ist er Präsident des im August 2018 pleite gegangenen EBA 51 Generalunternehmers LS TECH-HOMES S.A. aus Polen.

Die Bauarbeiten an den 260 Container liefen seit Dezember 2016.

Eigentlich sollten sie bereits im Frühjahr 2018 bezugsfertig sein. Doch im April 2018 soffen die Container nach einem heftigen Regen regelrecht ab. Die Versicherung weigerte sich, den Wasserschaden zu zahlen, weil die Baustelle nach Recherchen der Versicherung nicht ordentlich gegen Unwetter gesichert gewesen sei.

Inzwischen weiß man bei der HOWOGE auch noch einen anderen Grund.