Kunden des elektronischen Zahlungsdienstleisters EgoPay haben seit Wochen keinen Zugriff mehr auf ihre Guthaben. Nun wirft EgoPay dem eigenen Besitzer Amir Aziz vor, Kundengelder in Millionenhöhe für sich abgezweigt zu haben. Doch auch der zurückgetretene Geschäftsführer Tadas Kasputis aus Litauen ist verdächtig. Denn sein Vorgehen ist äußerst intransparent.

 

Der elektronische Zahlungsdienstleister verspricht seinen Kunden (ähnlich wie PayPal) sichere Online-Sofortüberweisungen. Doch seit Ende Dezember hat das Unternehmen eine Reihe von Kundenkonten eingefroren.

Unter den betroffenen Kunden sind so namhafte Unternehmen wie die Bitcoin-Börsen BTC-e und Bitmarket.pl. Mitte Januar sagte die Bitcoin-Börse BTC-e zu CoinDesk, dass EgoPay ihr den Zugriff auf Gelder in Höhe von 80.000 Dollar verweigert.

 

Der Internetauftritt des Zahlungsdienstleisters EgoPay.Der Internetauftritt des Zahlungsdienstleisters EgoPay.

 

Doch das Problem war nicht auf das Einfrieren von Kundenkonten beschränkt. EgoPay-Kunden sagten, dass einige der grundlegenden Funktionen bereits seit Ende Dezember nicht mehr korrekt funktionierten.

Am 8. Januar erhielt die slowakische Bitcoin-Börse GOLDUX.com eine Nachricht von EgoPay, wonach ein Teil ihrer Gelder eingefroren worden waren. Die Transaktionen der Börse wurden von EgoPay zu diesem Zeitpunkt nicht mehr abgewickelt. Statt mit “erledigt” markiert zu werden, blieben sie auf “in Bearbeitung”.

Auch die Konten anderer EgoPay-Kunden wurden eingefroren. Der Zahlungsdienstleister Payeer verlor den Zugriff auf Gelder in Höhe von 186.000 Dollar und zusätzlich 5.500 Euro, die in einem EgoPay-Konto eingefroren wurden.

Hinzu kam, dass die wenigen Informationen, die EgoPay seinen Kunden bereitstellte, die massiven Probleme im Unternehmen einfach verschwiegen. Eingeloggte Nutzer wurden von EgoPay lediglich darüber informiert, dass es Verzögerungen bei der Abwicklung von Zahlungen gibt: