Voller stolz meldeten Anfang diesen Jahres die drei Vorstände Dr. Björn Maronde (37), Simon Brunke (37) und Julian Oertzen (37) für ihr vor vier Jahren gegründetes Fintech-Startup Exporo AG aus Hamburg (Am Sandtorkai 70):

Auch seine Investoren konnte Deutschlands führende Plattform für digitale Immobilieninvestments überzeugen: 8 weitere Millionen Euro Kapital hat Exporo von e.ventures, Holtzbrinck Ventures, Sunstone und BPO Capital erhalten.

Die institutionellen Geldgeber mögen den richtigen Riecher für kommende Profite haben. Daher haben sie sich ja auch entschieden, die 8 Millionen Euro in die Exporo AG zu geben und sich nicht an einer von der Exporo AG initiierten Schwarm-Immobilienfinanzierung zu beteiligen, wie der im März 2018 aufgelegten 2,1 Millionen Euro Anleihe für die Zweckgesellschaft Exporo Berlin GmbH, in die ahnungslose Kleinanleger bereits 939.000 Euro auf der Crowdlending-Plattform Exporo.de investiert haben.

 

 

Das Board der Exporo AG Am Sandtorkai 72 in Hamburg von links nach rechts: Jurist und Marketing & Vertriebsvorstand Dr. Björn Maronde (37), Vorstandsvorsitzender und Finanzchef Simon Brunke (37) und der studierte Maschinenbauer und Immobilienvorstand Julian Oertzen (37), alle drei aus Hamburg © Ausriss Exporo.deDas Board der Exporo AG Am Sandtorkai 72 in Hamburg von links nach rechts: Jurist und Marketing & ... mehrDas Board der Exporo AG Am Sandtorkai 72 in Hamburg von links nach rechts: Jurist und Marketing & Vertriebsvorstand Dr. Björn Maronde (37), Vorstandsvorsitzender und Finanzchef Simon Brunke (37) und der studierte Maschinenbauer und Immobilienvorstand Julian Oertzen (37), alle drei aus Hamburg © Ausriss Exporo.de

 

Die institutionellen Investoren könnten doch auch die prognostizierten bis zu 6 Prozent Zinsen im Jahr und nach 5 Jahren eine mögliche Wertsteigerung beim Weiterverkauf für eine zuvor zwangsverwaltete vollmermietete Gründerzeitvilla in Berlin Zehlendorf (Kaunstraße 34) mitnehmen.

Tun sie aber nicht. Sie sind lieber auf der Gewinnerseite und melken als Geldgeber der Exporo AG besser risikolos die Zweckgesellschaft ab, denen die Kleinanleger ab 1.000 Euro eine variabel verzinsliche Schuldverschreibung mit extrem hohen Verlustrisiko anvertrauen, als sich ebenfalls der Gefahr auszusetzen, ihr Geld in der Firmenanleihe der Exporo Berlin GmbH zu verbrennen, die laut Prospekt nicht einmal an einer Börse zum freien Handel angemeldet werden wird.

An dem angeblich so lukrativem Immobilieninvestment beteiligt sich die Exporo AG selbst nur mit 25.000 Euro Eigenkapital für ihre Tochter Exporo Berlin GmbH.

44 Prozent des Immobilienerwerbs, das sind 1,552 Millionen Euro, finanziert eine Bank, die vorrangig im Grundbuch steht.

56 Prozent, das sind 2,1 Millionen Euro, sollen die Kleinanleger auf exporo.de beisteuern.

Immobilienvorstand Julian Oertzen, der zusammen mit den beiden anderen Vorständen an dem Grundkapital der Exporo AG 36,66 Prozent hält und nun für die frisch gegründete und vergleichsweise arme, aber für die 2,1 Millionen Euro Anleihe haftende Zweckgesellschaft Exporo Berlin GmbH die Geschäftsleitung übernommen hat, verkauft das Wertpapier der Exporo Berlin GmbH auf der hauseigenen Finanzierungs-Plattform als “Exporo Produktinnovation”.

Innovativ mag das digitale Zerlegen einer Immobilie und die Schnellzeichnung über die Schwarmfinanzierung auf einer Internetplattform wie exporo.de sein, aber das angebotene Rund-um-sorglos-Paket zu einem Immobilieninvestment ist ein alter Hut.

Allerdings clever aufbereitet.

Schaut man genauer hin, erkennt man ein ausgekügeltes Konstrukt, um aus der Zweckgesellschaft als Objektkäuferin eine Vielzahl an Gebühren und Kosten herauszuholen.