Eine BaFin-Lüge ist kein guter Anfang für eine Investorenrunde.Seit November 2020 warb der aus Südtirol stammende Alleinvorstand und Hauptaktionär (38,5 Prozent) der 2019 gegründeten Berliner GreenRock Energy AG,

Martin Kofler (43), wohnhaft in Freienfeld in Italien, insbesondere von deutschen Anlegern bis zu 100 Millionen Euro für einen zehnjährigen GreenBond 2020/2030 ein und versprach einen Mindestfestzins von 4,5 Prozent pro Jahr – bis er nun bei der BaFin aneckte.

 

Mit Erfolg hat die Berliner GreenRock Energy AG ihr Solar-Mietmodell beispielsweise auch einem Thüringer Schweinezüchter verkauft (kleines Foto), nun will sie expandieren und begab im November 2020 eine 100-Millionen-Euro-Anleihe, leider mit einer BaFin-Prospektlüge © Pressefoto GreenRock Energy AG und Anleihe-Angebots-AusrissMit Erfolg hat die Berliner GreenRock Energy AG ihr Solar-Mietmodell beispielsweise auch einem Thür ... mehrMit Erfolg hat die Berliner GreenRock Energy AG ihr Solar-Mietmodell beispielsweise auch einem Thüringer Schweinezüchter verkauft (kleines Foto), nun will sie expandieren und begab im November 2020 eine 100-Millionen-Euro-Anleihe, leider mit einer BaFin-Prospektlüge © Pressefoto GreenRock Energy AG und Anleihe-Angebots-Ausriss

 

Unabhängig davon ist bereits sein Handlungsbevollmächtigter Sven Schönefeld (44) aus Michendorf in Potsdam-Mittelmark negativ vorbelastet.

Er hat im Januar 2019 seine im Jahr 2014 gegründete SXF Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH aufgelöst, nachdem er einen Monat zuvor für die Firma gegenüber dem Gerichtsvollzieher die Vermögensauskunft verweigerte.

Das Geld aus dem GreenBond soll dem laufenden Geschäftsbetrieb dienen, also Beteiligungen oder Darlehensausreichungen an Solarprojektgesellschaften in Deutschland und Italien.

Die letzte Unternehmensmeldung der GreenRock Energy AG stammt vom Oktober 2020.

Dort verkündete Kofler, dass die GreenRock Gruppe in Remda nahe Erfurt in Thüringen drei Schweineställe mit 7.500 Solarmodulen bestückt hat, wodurch der Thüringer Schweinezüchter die hohen Stromkosten in der Schweinezucht habe senken können.

Die Anleihe-Anleger konnten ab 1.000 Euro zeichnen.

Die Anleihe sollte zudem bis vor Beginn der Emission in das “Direct Placement” der Deutschen Börse AG an der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen und in den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse (Open Market) einbezogen werden. Wertpapierkennnummer (WKN): A2GSTH.

Vertriebspartner erhielten eine Provision von bis zu 9 Prozent des durch sie vermittelten Anleihevolumens.

Der Südtiroler veröffentlichte dazu einen am 30. September 2020 erstellten Wertpapierprospekt auf seiner Firmenhomepage greenrock.energy/de/greenbond und angeblich auch auf www.boerse-frankfurt.de und behauptete darin auf Seite 5:

Dieser Prospekt wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Frankfurt gebilligt.

Das ist laut BaFin eine Lüge.

Am 26. Februar 2021 dementierte die BaFin die Behauptung von Martin Kofler in einer Warnmeldung:

Greenrock Energy AG: Hinreichend begründeter Verdacht für fehlenden Prospekt…

Die BaFin weist explizit darauf hin, dass der auf der Internetseite https://www.greenrock.energy/de/investment/ veröffentlichte Wertpapierprospekt (Wertpapierinformation BaFin) nicht von der BaFin gebilligt wurde.

Das öffentliche Angebot von Wertpapieren ohne einen gebilligten Prospekt stellt – sofern keine Ausnahme eingreift – einen Verstoß gegen die Prospektpflicht nach Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung dar.

Entgegen Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung wurde für das öffentliche Angebot der Greenrock Energy AG kein Prospekt veröffentlicht. Anhaltspunkte für eine Ausnahme von der Prospektpflicht sind nicht ersichtlich.

Kofler hat daraufhin die von der BaFin angeprangerte Angebotsseite Greenrock.energy/de/investment vom Netz genommen.

Nicht aber die eh in seinem “Prospekt” genannte Angebotsseite Greenrock.Energy/de/greenbond.

Dort wurde das Investment ohne gebilligten Prospekt weiter angeboten, jedoch wird die Seite gerade umgebaut.

Gar kein von einem Wirtschafsprüfer testierter Jahresabschluss

Für die Emittentin GreenRock Energy AG liegt zwar für 2019 ein Jahresabschluss vor.

Aber, so heißt es im Prospekt:

Eine Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgte nicht.

Es gibt auch keine Ratings:

Entfällt. Die Emittentin hat keine Ratings für die Emittentin oder die Wertpapiere beauftragt oder an diesen mitgewirkt.

Damit besteht die Gefahr, dass sich in Ermangelung eines Ratings bei einer Veräußerung der Schuldverschreibungen kein angemessener Sekundärmarktpreis erzielen lässt oder kein Käufer für die Wertpapiere gefunden werden kann.

Sicherheiten gibt es auch keine.

Auch behält sich die GreenRock Energy AG laut Prospekt auf Seite 45 das Recht vor, ihr gesamtes Vermögen auch ganz anderen dritten Gläubigern als Pfand zu geben

Laut der untestierten Bilanz 2019 hat die GreenRock Energy AG bereits im Jahr vor der 100-Millionen-Anleihe bereits Anleihe-Schulden in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro (im Jahr davor 200.000 Euro).

Die Emittentin gibt ausdrücklich keine Gewinnprognose oder Gewinnschätzung ab, so der Prospekt auf Seite 70. “Daher existiert auch kein diesbezüglicher Bericht, der von unabhängigen Buchprüfern oder Abschlussprüfern erstellt wurde.” Nun denn…