Mit wundersamer Seelenheilung verspricht der Chef-Guru und Gründer des Love, Peace and Harmony Instituts, Dr. Zhigang Sha (60), Heilung von Krebs und anderen schweren Krankheiten. Die Anhänger des Kults zahlen teils mehrere Hunderttausend Euro für die Behandlungen des Sektenführers und seiner Meisterschüler – Opfer sprechen von systematischem Betrug einer skrupellosen Sekte. GoMoPa-Recherchen zeigen, dass Zhi Gang Sha auch große Spenden der unter Falschgoldverdacht stehenden Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung erhalten hat. Ist Seelenheiler Sha ein Drahtzieher des Falschgoldskandals?
Der Lebenslauf von Dr. Zhigang Sha klingt mehr als gut, vielleicht ein wenig zu gut. Der Chinese ist nach eigenen Angaben ein “spiritueller Meister und Lehrer sowie ein international angesehener Mediziner und Heiler”. Neben den Ausbildungen zum Arzt in westlicher Schulmedizin und klassischer Chinesischer Medizin, ist Sha angeblich auch Großmeister in Tai Chi, Qi Gong, Kung Fu, I Ching und Feng Shui.

Solch ein Multitalent muss ja quasi einem wichtigem Stammbaum entsprungen sein, findet Sha und behauptet, dass er in der 373. Generation der einzige direkte Linienhalter von Quian Keng sei, dem Gründer und Lehrer des Daoismus und Lao ZI. Seine Fähigkeiten haben Sha nach eigenen Angaben so beeindruckt, dass er die Love Peace Harmony Bewegung ins Leben gerufen hat, um “durch Singen des göttlichen Seelenliedes Love Peace and Harmony Liebe, Frieden und Harmonie für die Menschheit, Mutter Erde und alle Universen zu erschaffen.”
Ganz so uneigennützig sind die Motive der Bewegung, die Dr. Zhigang Sha im November 2010 gründete, nicht.
Innerhalb von kürzester Zeit konnten Zhigang Sha und seine Meisterschüler, wie der Guru seine 30 Vertreter nennt, die weltweit im Namen von Sha die Gelddruckmaschine “Seelenheilung” am Laufen halten, ihr Geschäftsmodell ausbauen. Gemeinsam mit den verzückten Anhängern singen die Meisterschüler ein Lied, “das Gott Zhigang Sha” gelehrt haben soll (Teilnahmegebühr für das Tagesseminar Soul Mind Body Medicine: 1.000 Euro), führen Reinigungsrituale und regelmäßige “Seelentransplantationen” für die Seelen der Sektenmitglieder durch (eine Minute Aufwand ab 400 Euro), geben “göttliche Segnungen” am Telefon (ab 200 Euro) und verkaufen Bücher und CDs ihres Führers. Ein Wochenendseminar mit Sha persönlich schlägt schnell mit mehreren Tausend Euro zu Buche.
Shas Mischung aus mittelalterlichem Quacksalbertum, fernöstlicher Lehre gepaart mit christlichen Bildern, die gezielte Ansprache von depressiven und chronisch Kranken, sowie ein perfides Spiel mit Angst und Hoffnung, spricht insbesondere eine Zielgruppe an: 90 Prozent der Scha-Anhänger sind weiblich mit überragender Mehrheit zwischen 55 und 70 Jahre alt.
Aussteiger aus Shas Sekte sprechen von gezieltem Brainwash direkt nach Eintritt in den Clan.