Glaubt man ihrem Wiener Finanz-Geschäftsführer Stephan Dorfmeister (53) dann geht es der Hanf-Königin Andrea Bamacher (49) aus dem österreichischen Burgenland wirtschaftlich scheinbar blendend.
Mehr als 20.000 Kunden aus ganz Europa schwören bereits auf Bio-Hanftee oder Hanfsamenöl, die sie im Laden vor Ort im österreichischen Gols (Untere Hauptstraße 168), im Onlineshop Deepnatureproject.com oder bei Reformhäusern und vereinzelt auch in Apotheken in den Niederlanden oder in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kaufen können. 30 Milliliter Öl kosten rund 40 Euro. Sie sollen das Wohlbefinden steigern und die Stressfaktoren des Körpers mindern.
Die Produkte unter den Labels Medi-HEMP und Vetri-HEMP sind auch in Deutschland erlaubt, weil sie lediglich 0,2 Prozent des psychoaktiven Wirkstoffes THC beinhalten, den man ja zu 100 Prozent von Marihuana kennt.
Die Pflanze selbst ist in Deutschland verboten. Die Vertragsbauern, die im Norden von Berlin den Industriehanf für die Österreicherin anbauen, die in Berlin Moabit (Perleberger Straße 42 c) eine Zweigniederlassung hat, müssen den Anbau vorher beantragen und die festen Abnehmer, also Andrea Bamacher, vorher benennen.
Andrea Bamacher hat es 2011 mal mit dem Verkauf von Marihuana-Setzlingen in Gols am Neusiedlersee im Burgenland versucht.
Drei Jahre lang ließ man sie auf ihrer Hanftstation gewähren. Im Jahr 2014 wurde die Station dichtgemacht, alle Hanfpflanzen abgeschnitten.
Bamacher sattelte daraufhin im Jahr 2015 auf den Anbau und die Verarbeitung von Industrie-Bio-Hanf mit nur 0,2 Prozent THC-Anteil um.
Anfangs mit 5 Leuten. Andrea Bamacher sagt heute im Firmenvideo:
Und das Wachstum ging so schnell, dass heute fast 70 Leute in unserem Unternehmen arbeiten.
Ihr Co-Gründer und Finanz-Geschäftsführer Dorfmeister sagte am 14. Mai 2020 dem hesssichen Anleihe-Finder:
Um die letzten fünf Jahre Revue passieren zu lassen: Der Umsatz ist stetig gestiegen. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir erstmalig die zweistellige Umsatzmarke von 10 Millionn Euro überschreiten. Das EBITDA ist stets positiv und hat sich auf stabile 15%+ entwickelt.
EBITDA – das ist allerdings lediglich die Einnahme aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen. Also ohne die realen Belastungen.
Wie es nun wirklich um die vor fünf Jahren von dem Ex-Deloitte-Finanzberater und der einstigen Segellehrerin vom Neusiedlersee gegründete Hanf-Anbau- und Verarbeitungsfirma Deep Nature Project GmbH aus Gols am Neusiedlersee tatsächlich wirtschaftlich bestellt ist, verrät das Vermögens-Informationsblatt der Deep Nature Project GmbH vom 15. Mai 2020.
Darin heißt es:
Aus dem letzten aufgestellten Jahresabschluss zum 31.12.2019 ergibt sich ein Verschuldungsgrad (Fremdkapital dividiert durch Eigenkapital) der Emittentin von 283,71%.
Trotz dieser rund 284fachen Verschuldung sammeln die beiden Geschäftsführer Andrea Bamacher und Stephan Dorfmeister gleich an zwei Fronten frisches Kapital von deutschen Anlegern ein. Und zwar BaFin-frei, ohne einen Anlegerprospekt einzureichen: