Der baden-württembergische Familienbetrieb Fosera um Professor Peter Adelmann (57) aus Illerkirchberg bei Ulm stellt seit neun Jahren Solar-Home-Systeme her, um Sonnenstrom für Licht, Handy, TV oder Kühlschrank in Hütten Afrikas und Asiens zu bringen.

 

Die SolarWorld AG aus Bonn zeichnete den Mechatronik-Professor der Technischen Hochschule Ulm im Jahr 2016 im Rahmen der Industriemesse Intersolar Europe in München mit dem SolarWorld Einstein Award 2016 aus, wie die THU Ulm noch heute stolz berichtet.

Die SolarWorld AG musste allerdings ein Jahr später Insolvenz beantragen und wurde im August 2017 infolge der Insolvenz aufgelöst (Amtsgericht Bonn, Aktenzeichen: 99 IN/17).

An der Hochschule Ulm organisiert der Photovoltaik-Experte Professor Adelmann, beispielsweise wie im Jahr 2010, Studierendenexkursionen an die Partnerhochschule im äthiopischen Adama. Unterstützt durch die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) führte er mit Mechatronik-Studierenden Feldtests für kleine Solarsysteme durch. Ergebnis waren eine mit Solarstrom beleuchtete Schule oder ein Wohnheim für Straßenkinder, das komplett mit Solarstrom versorgt wird. Vor Ort wurden außerdem Jungunternehmer geschult, die Solaranlagen verkaufen, installieren und warten.

Um den Absatz zu sichern, hat Fosera in der Vergangenheit vor Ort in Singapur, Thailand, Libera oder Äthiopien eigene Fosera Niederlassungen gegründet, um die Fosera-Geräte den Einwohnern vor Ort als Sachdarlehen zu überlassen.

Die Fosera Company Thailand Ltd. ist laut Bilanz 2018 von der deutschen Mutter mit rund 196.000 Euro ausgestattet worden, die Fosera Manufacturing PLC in Ähtiopien mit rund 101.000 Euro.

Doch in Kenia, in dem 60 Prozent der ländlichen Bevölkerung ohne Strom leben, kneift die Fosera Solarsystems GmbH & Co. KgaA mit der Vorfinanzierung der Solar-Home-Systeme.

Das finanzielle Risiko wird für den Absatzmarkt Kenia auf deutsche Nachrangdarlehens-Geber ausgelagert.

 

Dafür ist Fosera eine Kooperation mit der Crowdinvesting-Plattform Bettervest.com aus Frankfurt am Main (Hauptaktionär ist über eine Stiftung die niederländische Nachhaltigkeitsbank Triodos Bank N.V.) eingegangen, wie Bettervest am 28. Februar 2020 in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Allerdings nicht als Kreditnehmerin für die Nachrangdarlehen der Crowdanleger, sondern nur als Techniklieferant, der sofort bezahlt wird.

Das hochriskante Sachkreditgeschäft mit Landeinwohnern von Kenia sollen der TU-Berlin-Absolvent Majd Chaaya (33) als Techniker und der Russe Nil Vereshchagin (43) aus Kenley Surrey in Großbritannien als Finanzboss übernehmen.