Bavaria Trading Company20. August 2014 | 10:08 | Lesedauer ca. 5 min | Autor: GoMoPa-Redakteur GS

Bavaria Trading Company: Strohmann Schmidt inszeniert sich als Opfer der Justiz


Der ehemalige Geschäftsführer der Bavaria Trading Company und verurteilte Betrüger Andreas Michael Schmidt (51) aus Münster Mauritz befindet sich auf einem Rachefeldzug gegen die Justiz von Nordrhein-Westfalen. Schmidt, der nach fast fünfjähriger Haft von Hartz IV leben muss, beteuert, er habe damals von den kriminellen Machenschaften des Drahtziehers Horst Friedrich Hesselmann (69) nichts gewusst. Vielmehr habe er selbst einen sechsstelligen Betrag in das Schnellballsystem investiert und dabei alles verloren. Seitdem kämpft er unerbittlich für eine Wiederaufnahme seines Verfahrens: “Ich bin Opfer der Straftat, für die ich verurteilt wurde. Mein Fall ist schlimmer als Mollath!”

 

Andreas Schmidt (51) ist ehemaliger Vertriebsleiter und Geschäftsführer der Bavaria Trading Company. Die einst in den USA registrierte und aus Dortmund agierende Briefkasten-Firma machte kriminelle Finanzgeschäfte, bei denen hunderte Anleger um mehrere Millionen Euro geprellt wurden. Die gutgläubigen Kapitalanleger glaubten an ihre große Chance, als ihnen die Bavaria Trading Company sogenannte Zinsdifferenzgeschäfte – Wechselkursgewinne aus Devisengeschäften – mit einer New Yorker Bank anbot. Bei dieser Bank, der Euro American Trading Bank, handelte es sich lediglich um eine weitere US-Briefkastenfirma. Sie wurde als Treuhänderin mit der Verwaltung der Gelder beauftragt. Auf die Kunden entfielen dabei Aufschlagszahlungen von 9 Prozent sowie Treuhandgebühren.

Die Bavaria Trading Company versprach ihren Opfern dafür eine Mindestverzinsung von 8 Prozent bei “garantierter Sicherheit des Eigenkapitals”. Je nach Höhe des Anlagekapitals und der Vertragsdauer war sogar von 20 Prozent bis zu 90 Prozent Zinsertrag die Rede. Erwirtschaftet werden sollte die wundersame Geldvermehrung auf dem internationalen Kapitalmarkt durch eine angeblich zins- und tilgungsfreie Kreditaufnahme in japanischen Yen mit anschließender lukrativer Investition in südafrikanische Rand.

In Wahrheit floss das Kapital der gutgläubigen Anleger in Höhe von rund 12 Millionen Euro auf die privaten Konten von Horst Hesselmann. Die versprochenen Anlagegeschäfte wurden nie getätigt. Monatelang konnte Hesselmann das Schneeballsystem mit Hilfe von Helfershelfern aufrechterhalten. Dutzende von Anlageberatern wurden mit hohen Provisionen geködert. Erst als sich immer mehr Anleger beschwerten, wurden an der Geschäftsanschrift an der Olpketalstraße in Dortmund still und heimlich die Firmenschilder entfernt und Hesselmann tauchte unter.




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