Fremdwährungskredite sind in Deutschland eine beliebte Finanzierungsmethode. Nach Medienberichten haben etwa 500.000 Deutsche ein Darlehen in Schweizer Franken abgeschlossen.

 

Die Idee kam dabei oftmals nicht von den Kreditnehmern selbst, sondern von den finanzierenden Banken, die mit einem solchen Fremdwährungskredit den Kunden bessere Konditionen versprachen. Gerade bei der Finanzierung von Kapitalanlagen waren Darlehen in Schweizer Franken ein beliebtes Mittel, die Renditen künstlich zu steigern. Risiken der Finanzierung in fremder Währung wurden dabei zumeist unerwähnt gelassen.

 

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Die Überraschung war groß, als die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar 2015 die seit Jahren bestehende Bindung des Schweizer Franken an den Euro mit sofortiger Wirkung aufkündigte.

Nicht nur der normale Darlehensnehmer, sondern auch die Banken- und Finanzbranche wurde unvorbereitet kalt erwischt. Aufgrund einer in der Vergangenheit langanhaltenden Überteuerungsphase des Schweizer Franken hatte die Schweizerische Nationalbank zur Stützung der Schweizer Exporte eine feste Bindung an den Euro beschlossen, bei welchem ein Verhältnis von 1 Euro zu 1,20 CHF nie unterschritten werden sollte.

Aufgrund verschiedener Umstände sah sich die Schweiz nun veranlasst, diese Bindung aufzukündigen mit der Folge, dass der Schweizer Franken umgehend an Wert zulegte. Unabhängig von den Folgen für die Konsumenten und Exporteure von Schweizer Waren, hat dies vor allem auch Folgen für Kreditnehmer, die Ihr Geld in Schweizer Franken (CHF) aufgenommen haben.

Über Nacht um die Hälfte ärmer

 

Besonders Kapitalanleger haben oft von der Möglichkeit Gebrauch gemacht und Ihre Kapitalanlage, zumeist Beteiligungen an geschlossenen Fonds, in Schweizer Franken finanziert.

Dabei war dies zumeist nicht deren Idee, sondern wurde ihnen von Ihren Bankberatern empfohlen. Das Bankhaus Wölbern beispielsweise warb seinerzeit damit, eine Beteiligung an einer der diversen Wölbern-Fondsgesellschaften (zum Beispiel Holland-Fonds, Frankreich-Fonds et cetera) durch ein Darlehen in Schweizer Franken zu finanzieren.

Auf diese Weise sollte sich die Rendite der Kapitalanlage nochmals erhöhen. Für diese, wie auch für alle anderen Anleger, die ein Darlehen in Schweizer Franken aufgenommen haben, kam jetzt das böse Erwachen. In den Tagen nach der Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank riefen Anleger die Rechtsanwälte der Kanzlei Schirp Neusel und Partner an und berichteten, dass Sie über Nacht teilweise 60.000 bis 100.000 Euro ärmer seien.

Juristische Chancen nutzen und Darlehen widerrufen: