Den Kapitalanlegern, die eine der 19 Apartsuites in der Dorfstraße 12 im österreichischen Going am Wilden Kaiser im einstigen Hotel Schnablwirt kaufen und dann anschließend an Feriengäste vermieten lassen sollen, prognostiziert der Berliner Bauträger Thomas Eichelberg von der Unternehmensberatung Blum & Eichelberg OHG aus der Nonnendammallee 98 in Siemensstadt eine satte Rendite von 7,5 Prozent im Jahr, wie aus aktuellen Anzeigen auf Immobilienscout24 hervorgeht.

 

Ob man das bei den aufgerufenen Kaufpreisen glauben kann, ist fraglich.

“Das sind bei diesen Kaufpreisen schon ambitionierte Aussagen”, schätzt ein Makler gegenber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net ein.

 

Der vorbestrafte Immobilienbetrüger Thomas Eichelberg (oben und rechts) aus Berlin und der ehemalige Finanzbeamte Rolf Blum aus KölnDer vorbestrafte Immobilienbetrüger Thomas Eichelberg (oben und rechts) aus Berlin und der ehemalig ... mehrDer vorbestrafte Immobilienbetrüger Thomas Eichelberg (oben und rechts) aus Berlin und der ehemalige Finanzbeamte Rolf Blum aus Köln

 

Denn Eichelberg und sein Kompagnon Rolf Blum, nach eigenen Angaben einst beim Finanzamt Köln beschäftigt, kauften die Ferienwohnungen im jetzigen Zustand im letzten Jahr für rund 2,474 Millionen Euro inklusive Kaufnebenkosten und verkaufen sie nach der Modernisierung für Minimum rund 15,328 Millionen Euro, also das 6,2-Fache, obwohl Eichelberg & Co. für den Kauf und die Modernisierung bis November 2018 lediglich einen Kredit von rund 5,75 Millionen Euro (inklusive aller Zinsen) aufgenommen haben, also nur das 2,3-Fache des Schnabelwirt-Verkaufpreises aufwenden mussten.

Nun sei jedem Bauträger ein satter Gewinn vergönnt. Doch gegenüber GoMoPa.net gibt es Beschwerden, dass Bauträger Eichelberg seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber Geschäftspartnern nicht wirklich nachkommen soll.

Ein beauftragter Finanzbesorger und Vertriebler berichtete GoMopa.net:

Die Geschäftspraktiken der Herren Eichelberg und Blum sehen wie folgt aus.

In meinem Fall haben die beiden Herren mir den Vertriebsauftrag versprochen – mit Zustandekommen der Finanzierung der Projektes so laut ihren Aussagen. Darüber gibt es ausreichenden Schriftverkehr.

Nun war ich seit Februar 2017 für die Herren tätig. Die 5 Millionen Euro flossen im Mai 2017 mit der Zusage durch die Babcock. Seit Februar 107 war ich für die beiden Herren tätig. Die Zusammenarbeit im September 2017 wurde ohne jegliche Grund beendet. Mein Arbeitsaufwand gegebenenfalls eine Entschädigung wurde nicht bezahlt.

Den “anbietenden” Makler zum Erwerb der Liegenschaft haben sie meines Wissens ebenfalls nicht bezahlt. Es war meiner Information nach ein deutscher Makler. Als Voreigentümer könnten die Herren Ertl beziehungsweise Rieser den beauftragten Makler bestimmt nennen können. Das Expose ging durch mehrere Hände – damit der Käufer verschleiert wird.

Auch eine von mir vermittelte Agentur haben die Herren ebenfalls nicht bezahlt. Summa Summarum zweifelhafte Geschäftspraktiken.

Allerdings überraschen die geschilderten Praktiken nicht, wenn man die vorigen Arbeitsplätze von Thomas Eichelberg kennt.

Thomas Eichelberg soll laut einem Informanten als Vertriebsleiter für den Berliner Prozesskostenfinanzierer Juragent AG gearbeitet haben.

 

Die Anleger verloren bei der pleite gegangenen Aktiengesellschaft Juragent 80 Millionen Euro, wie GoMoPa.net berichtete.

Die 1998 in Leipzig gegründete Juragent wollte Prozesse ab einem Streitwert von einer halben Million Euro finanzieren und im Erfolgsfall 30 Prozent von der Summe kassieren.

Anfragen habe es zu Hauf gegeben, aber die Erlöse blieben weit hinter den prospektierten Werten zurück, wie die Juragent AG in ihrer Leistungsbilanz vom Juni 2006 einräumte. Es sei nicht gelungen, ausreichende Verfahren mit einem für einen bedeutsamen Rückfluss erforderlichen Volumen abzuschließen. Die Juragent AG ging schließlich im September 2011 mit ihren vier Prozesskostenfonds pleite, die sie zwischen 2002 und 2007 mit einem angeblichen Volumen von 80 Millionen Euro aufgelegt hatte.

Für einen Skandal hatte Juragent-Vorstand Mirko Heinen gesorgt, der laut Berliner Staatsanwaltschaft zwischen Februar 2007 und März 2008 rund 16 Millionen Euro für sich in die Schweiz abgezweigt haben soll.

Thomas Eichelberg tauchte 2008 bei der inzwischen kriminalgerichtsbekannten Berliner Immobilienfirma GRÜEZI Real Estate AG auf und landete als Schrottimmobilienverkäufer (Finanzierung, die den Käufer in den fianziellen Ruin trieb) wegen Betruges im Gefängnis.

Einer aus der damaligen Berliner Immobilienszene erinnert sich: